"Undo"-Funktion für Katastrophen
US-Heimatschutz will ins "Second Life"
Nach Angaben der Fachpublikation "Government Computer News" vom Montag denkt das US-Heimatschutzministerium [DHS] derzeit darüber nach, eine Dependance in der Online-Parallelwelt "Second Life" zu eröffnen.
Das Blatt zitiert Tony Frater, den stellvertretenden Direktor der DHS-Abteilung für Interoperabilität und Kompatibilität mit der Überlegung, für das Katastrophenschutz-Kommunikationsprogramm Safecom eine eigene 3-D-Landschaft in "Second Life" anzumieten. Eine endgültige Entscheidung in dieser Frage sei aber noch nicht getroffen worden.
"Undo Tornado"
Das DHS will die virtuelle Umgebung dazu nutzen, das Verhalten von Sicherheitskräften und Ersthelfern sauber und einfach für die Reaktionen auf verschiedene Katastrophenfälle zu drillen. "Virtuelle Tornados vernichten virtuelle Landschaften, die innerhalb Sekunden mit einem einfachen 'Undo'-Befehl wiederhergestellt werden können", schreibt das Blatt.
Teurer Katastrophenschutz
Tony Frater ergänzt, dass die meisten Hilfsdienste kein Geld dazu hätten, Übungen zu simulieren. Diese kosteten üblicherweise Hunderttausende Dollar und beanspruchten ganze Wochenenden an wertvoller Zeit. Außerdem seien die am Safecom-Programm beteiligten Experten über die ganze Welt verteilt und könnten in Second Life einfach zusammenkommen und Erfahrungen austauschen.
Dass das Geld für diese Übungen fehlt, mag auch daran liegen, dass das DHS in seiner letzten Budget-Forderung allein für die Weiterentwicklung biometrischer Erkennungssysteme und die Interoperabilität der Fingerabdruck-Datenbanken von DHS und Strafverfolgern 146,2 Millionen US-Dollar angemeldet hat, während es für die Katastrophenschutzbehörde FEMA lediglich 100 Millionen Dollar mehr geben sollte.
(GCN | futurezone)
