Messsystem für Mobilfunk-Elektrosmog
Die deutsche Bundesnetzagentur hat am Montag in Bonn ein System vorgestellt, das Elektrosmog an Handyfunkanlagen misst und die gewonnenen Daten stets aktuell im Internet veröffentlicht.
Bisher nur sieben Messanlagen
Allerdings sind damit erst wenige der rund 65.000 genehmigungspflichtigen Funkmaststandorte in Deutschland abgedeckt. Bisher installierte die Behörde sieben Messanlagen, darunter auf dem Charite-Krankenhaus in Berlin, auf einer Grundschule in Hamburg und auf dem Stadthaus in Mainz.
Weitere fünf der jeweils 64.000 Euro teuren Stationen sind geplant. Die Mobilfunkbetreiber hätten sich mit 1,2 Millionen Euro an dem System beteiligt, auf das sie nach Angaben der Behörde inhaltlich aber keinen Einfluss haben.
Laufende Aufzeichnung
Im Gegensatz zu den bisherigen Einzelmessungen mit einem Messwagen zeichnen die EMF-Stationen die Funkstrahlung laufend auf und senden die Daten automatisch an die Netzagentur. Nach einer Plausibilitätsprüfung werden die Daten dann im Internet veröffentlicht.
Eine automatische Station für jeden Standort sei nicht finanzierbar und auch nicht notwendig, sagte der Präsident der Netzagentur, Matthias Kurth. "Wenn wir über längere Zeit feststellen, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden, dann ist dieses System trotz der wenigen Standorte durchaus repräsentativ für alle Sendemasten", sagte er.
Mobile Checks mit Messwagen
Die Netzagentur überprüft bisher schon jährlich rund 2.000 Funkmasten mit Messwagen. Dadurch liegen für rund 9.000 Standorte Messwerte vor, die über eine Datenbank der Netzagentur im Internet abgefragt werden können. "Die Sorgen der Bürger muss man ernst nehmen", sagte Kurth.
Von wenigen Einzelfällen abgesehen habe es aber noch nie Beanstandungen gegeben. Bei einzelnen Radiosendemasten und Fernsehfunkmasten hätten die Betreiber das Gelände mit einem Zaun abgegrenzt, um einen ausreichenden Abstand sicherzustellen.
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(Reuters | futurezone)
