1,6 km Schlange stehen für ein Handy
Tausende Menschen sind am Montag in der Unruheprovinz Kaschmir stundenlang Schlange gestanden, um einen der begehrten Mobilfunk-Anschlüsse zu bekommen.
Handys waren in der Region lange verboten, weil die indische Regierung fürchtete, die Rebellen könnten damit ihren Aufstand organisieren. Angesichts des Abflauens der Kämpfe und der besseren Beziehungen zu Pakistan lockerte Neu-Delhi nun die Vorschriften und kündigte die Einrichtung eines Mobilfunknetzes Ende August an.
Am ersten Tag der verpflichtenden Registrierung wuchs die Schlange in der Sommerhauptstadt Srinagar schnell auf 1,6 Kilometer an und brachte sogar den Verkehr zum Erliegen. Mobilfunkanschlüsse sind so begehrt, weil es in Indien Jahre dauern kann, einen Festnetzanschluss zu bekommen.
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Das staatliche Telekom-Unternehmen BSNL kündigte am Sonntag an, dass in Srinagar zunächst 13.000 Anschlüsse vergeben werden sollen. In der Stadt leben mehr als 800.000 Menschen.
Jammu mit seinen 400.000 Einwohnern soll die gleiche Zahl Handys erhalten, Kaschmir insgesamt 52.000. Für die Registrierung müssen die Kunden eine Gebühr von 1.700 bis 3.700 Rupien [32 bis 70 Euro] bezahlen.
Der Dienst soll in den kommenden Monaten ausgeweitet werden. Mobil telefonieren wird allerdings entlang der indisch-pakistanischen Grenze in einem Umkreis von zehn Kilometern nicht möglich sein.
