DNA-Computer spielt Tic-Tac-Toe
US-Forscher haben einen DNA-Computer gebaut, der bislang ungeschlagen im Tic-Tac-Toe gegen menschliche Gegner ist.
Das "MAYA" genannte System beherrscht die einfachen logischen Analysen für das simple Strategiespiel und soll die Entwicklung molekularer logischer Schaltkreise voranbringen, wie seine Entwickler im Fachjournal "Nature Biotechnology" berichten.
Bei dem Strategiespiel markieren die Gegner abwechselnd je eines von drei mal drei Feldern mit einem Kreuz oder einem Kreis. Wer zuerst eine horizontale, vertikale oder diagonale Reihe markiert hat, gewinnt.
Nächster Zug leuchtet
MAYA besteht aus drei mal drei Kammern mit verschiedenen
Kombinationen von Enzymen, die Erbgut zerlegen können. Das System
zeigt einen Zug durch Fluoreszieren in der entsprechenden Kammer an.
Der menschliche Gegner zieht, indem er MAYA je nach gewählter Kammer
einen speziellen kurzen Erbgut-Strang zufügt. Mit Hilfe logischer
Gatter berechnet MAYA den besten Gegenzug und bringt die
resultierende Kammer zum leuchten.
Columbia UniversityNach mehr als 100 Spielen ist das System immer noch ungeschlagen, wie Milan Stojanovic von der Columbia University [New York] und Darko Stefanovic von der Universität von New Mexico [Albuquerque] berichten. Das liegt an der leicht beherrschbaren Logik des Spiels, die Tic-Tac-Toe zur klassischen Wahl bei der Entwicklung neuer Computerverfahren gemacht hat.
DNA-Computer könnten zwar vermutlich nie mit herkömmlichen Siliziumchips konkurrieren, wenn es um die Lösung komplexer Rechenaufgaben gehe, schreiben die Forscher. Die biologischen Schaltkreise könnten sich jedoch für molekulare Apparate eignen, die beispielsweise autonom Krankheiten diagnostizieren oder behandeln sollen.
