16.08.2003

US-NAVY

Militär entwickelt Überwachungs-Luftschiff

In Zukunft könnten Luftschiffe [Blimps] als günstige Alternative nicht nur Kommunikationssatelliten in der Stratosphäre ersetzen, sondern auch dem Militär neue Wege der Spionage eröffnen.

Zu diesem Zweck arbeitet das die US-Navy derzeit in Kooperation mit dem Science and Technology International [STI] an dem Projekt "Skyship 600".

Schon seit Jahren kommen zivile Modelle dieses Luftschiffs als Werbeträger etwa bei Sportveranstaltungen zum Einsatz, das Militär will diese nun zu fliegenden High-Tech Überwachungsanlagen ausbauen.

Das Skyship 600 wird von Global Skyship Industries produziert. Es hat eine Länge von 61 Metern, eine maximale Breite von 19,2 Metern und eine Höhe von 20,3 Metern.

Das 61 Meter lange Luftschiff soll mit modernster Elektronik, dem so genannten "Littoral Airborne Sensor Hyperspectral" [LASH], versehen werden. Das System wird in der Gondel montiert und besteht aus Digitalkameras mit empfindlichen Farbdetektoren, die mit einem Computer mit spezieller Berechnungssoftware verbunden sind.

Die Kameras können ein weites Lichtspektrum - von unsichtbarem Infrarot- und ultraviolettem Licht bis zu normalen Farben - auffangen, das von den Objekten am Boden reflektiert wird.

LASH arbeitet nach dem Prinzip, dass jedes Objekt das Licht verschieden reflektiert und dabei individuelle Lichtmuster erzeugt. Die Kameras zeichnen diese Muster auf und übermitteln sie zur weiteren Analyse an den Computer. Dabei werden alle Muster verglichen, so dass abnormale Signale sofort entdeckt werden.

Bei auftretenden Abnormalitäten sollen die entsprechende Daten sofort an die entsprechenden Kommandozentralen weitergeleitet werden.

Privacy-Bedenken

Doch viele Experten sehen für das Überwachungsprojekt der Navy keine guten Chancen auf Durchsetzung.

Zwar wäre eine Überwachung rund um die Uhr eine Bereichung der US-Verteidigung, doch würde dies auch gleichzeitig rechtliche Fragen betreff der dauerhaften häuslichen Überwachung aufwerfen.

Auch sind Luftschiffe nicht für Kampfeinsätze geeignet. Sie können sich weder verstecken und sind zudem mit gezielten Schüssen leicht auszuschalten.