15.08.2003

VERSTECKT

Word & Co helfen beim Datenklau

Viele Dokumente, die online veröffentlicht werden, könnten als unfreiwillige Informationsquelle vertraulicher Unternehmensdaten oder persönlicher Informationen gebraucht werden.

Dem Forscher Simon Byers von AT&T hat mit Hilfe simpler Software-Tools und geringer Programmier-Kenntnisse nun erneut bewiesen, wie einfach es ist, aus tausenden im Netz verfügbaren Word-Dokumenten derartige Informationen auszulesen.

Interessierten ist dies zwar längst bekannt, doch den meisten Usern ist immer noch nicht bewusst, dass viele Textverarbeitungsprogramme im Hintergrund Informationen speichern, die für den Nutzer nicht sichtbar sind. So werden etwa gelöschte Textpassagen verborgen gespeichert.

Fülle an vertraulichen Daten

In seinem Bericht warnt Byers davor, dass potenzielle Angreifer die elektronischen Dokumente analysieren und daraus Infos zur Unternehmens-Spionage oder zum Identitätsdiebstahl auslesen könnte.

Mit Hilfe einer Internet-Suchmaschine und zufällig gewählten Stichworten fand Byers über 100.000 Word-Dokumente [unter anderem Lebensläufe] mit vielen unwissend preisgegebenen Informationen.

Mit den Freeware-Tools "antiword" und "catdoc" wandelte Byers die Word-Dokumente in das schlichte Textformat um.

Mit einem einfachen selbstgeschriebenen Script konnte er dann jene Passagen herausfiltern, die im Original nicht zu sehen waren. Dabei stieß es auf eine wahre Fülle an vertraulichen Daten wie Namen, E-Mail-Header, Netzwerkpfade und Textstellen von zusammenhängenden Dokumenten

Zurück zum ASCII-Textformat

Auch Sicherheitsexperte Bruce Schneier bestätigt: "Gelöschter Text trifft die Leute meist am schlimmsten, denn sie wissen nicht, dass man ihn noch so einfach nachlesen kann."

Wer sich wirksam schützen will, sollte Office-Dokumente nur im ASCII-Textformat weitergeben. Bei der Konvertierung gehen dann allerdings auch sämtliche Formatierungen verloren.

Als Alternative bieten sich auch PDF-Dateien an.