Debian wird zehn Jahre alt
Dieser Tage wird die Linux-Distribution Debian GNU/Linux zehn Jahre alt.
Im Gegensatz zu kommerziellen Distributionen wird Debian nicht von einem Unternehmen, sondern von einem Verein geführt.
Am 16. August 1993 rief Ian Murdock in einer Newsgroup eine Initiative für eine Linux-Distribution ins Leben. Er war verärgert über falsche Versprechungen anderer Distributoren, unstabile Software und die fehlende Trennung zwischen freier und nicht freier Software.
Aus seinem Vornamen und dem seiner Frau Debra entstand der Name für das Projekt: Debian. Mittlerweile ist aus dem Projekt die größte nicht kommerzielle Linux-Distribution entstanden.
FSF unterstützte Projekt
Debian war von Anfang ganz der Idee der freien Software
verpflichtet, weshalb die Distribution auch ein Jahr lang vom
GNU-Projekt der Free Software Foundation unterstützt wurde.
DebianVollständig aus freier Software
In dieser Zeit entstanden die "Debian-Richtlinien für freie Software", die genau festlegen, was freie Software ist, und die Teil des "Gesellschaftsvertrags" von Debian sind. Dort wird versprochen, dass Debian "vollständig aus freier Software bestehen" und dass niemals "das Gesamtsystem von nicht freier Software abhängig" sein wird.
Debian GNU/Linux ist zwar keine kommerzielle Distribution, aber ihr Ziel war es von Anfang an, sich mit kommerziellen Distributionen messen zu können - vor allem in puncto Qualität. Debian-Programme wurden und werden deshalb immer und immer wieder getestet. Eine Software, die zu viele Fehler aufweist, fliegt raus.
Das führt dann auch dazu, dass eine neue, als stabil bezeichnete Version deutlich länger als ein Jahr brauchen kann. Debian hat zwar den Ruf, nicht unbedingt die benutzerfreundlichste Linux-Ausgabe bei der Installation zu sein, dafür wurden schon immer Stabilität und Schnelligkeit gelobt.
1.100 Entwickler entwickeln
Was mit der Idee eines Einzelnen begann, findet eine weiter stetig wachsende Zahl von aktiven Mitarbeitern auf der ganzen Welt. Inzwischen gibt es mehr 1.100 registrierte Entwickler. Bei inzwischen offiziell 8.710 Softwarepaketen ist viel Arbeit zu leisten.
"Linux ist kein Produkt, es ist ein Projekt"
Der Sicherstellung der Qualität und der Konsistenz eines Debian-Systems dient auch das eigene Paket-Management DPKG. Es soll garantieren, dass auch nichts fehlt, wenn ein Programm unter Debian installiert wird. Selbst umfangreiche Programme, die ihrerseits auf viele andere zurückgreifen, lassen sich damit leicht auf den Rechner bringen.
Dass es aber nicht ganz einfach ist, mit Debian Geld zu verdienen, musste auch Projektgründer Murdock mit seiner Firma Progeny erfahren. Den Vertrieb einer fertig verpackten Debian-Version musste er bald wieder einstellen. Inzwischen scheint er seine Schlüsse daraus gezogen zu haben. "Linux ist kein Produkt", schrieb er in einem Artikel, "es ist ein Projekt."
