11.08.2003

ANALYSE

Schreibtisch soll Persönlichkeit verraten

Personen werden oft nicht nur nach ihrer Arbeitsleistung, sondern auch nach dem optischen Eindruck ihres Arbeitsplatzes beurteilt.

Das geht aus einer aktuellen Analyse des britischen Psychologie-Gurus Cary Cooper im Auftrag des Schweizer Peripherie-Herstellers Logitech hervor.

Genau wie das äußere Erscheinungsbild kann demnach auch der Anblick des Schreibtisches eine entscheidende Rolle bei Beförderungen und Gehaltserhöhungen spielen.

Laut der Studie bevorzugen 70 Prozent der Chefs Leute, deren Schreibtische aufgeräumt und ordentlich sind. Einen chaotischen Arbeitsplatz assoziieren 55 Prozent mit einer unzuverlässigen, amateurhaften und unaufmerksamen Arbeitsweise.

Ordnung ist das ganze Leben

Der Ordnungsfanatiker ist leicht am auf Hochglanz polierten Schreibtisch und der peniblen, rechtwinkeligen Ausrichtung der sorgfältig vorsortierten Papierstapel zu erkennen. Vom Bleistift bis zur Kaffeetasse hat alles, beinahe schon zwanghaft, seinen festen Platz.

Er legt viel Wert auf einen total strukturierten Büroalltag, arbeitet effizient und hält Termine stets ein. Allerdings ist er nicht besonders gesellig, häufig unflexibel und hat oft Schwierigkeiten, mehrere Aufgaben parallel zu bewältigen.

Üppige Bildergalerie beim Familientyp

Den Familienmenschen kennzeichnet eine üppige Bildergalerie an Familienfotos auf dem Schreibtisch. Er räumt seinen Schreibtisch täglich auf und teilt auf diese Weise mit, dass der Arbeitstag beendet ist und er sich nun ganz der Familie widmen wird.

Geregelte Arbeitszeiten sind ihm heilig, auch von der Aussicht auf Beförderung lässt er sich nur wenig beeindrucken.

Der Arbeitseifer hält sich in Grenzen, doch er zeichnet sich durch Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber aus.

Sein geordnetes Lebenskonzept grenzt gelegentlich an Dogmatismus, indem er den Eindruck vermittelt, sein Weg sei der einzig machbare.

Bunte Häferl für den Spaßvogel

Den Bürospaßvogel zeichnet ein Arbeitsplatz mit allerlei heiteren Accessoires wie ausgefallenen Kaffeehäferln, Scherzartikeln, witzigen Sprüchen etc. aus. Seine Vorliebe für Entertainment jeder Art erkennt man an einer Unmenge von herumliegenden CDs, Zeitschriften und Videos.

Designverliebter hält sich für unverzichtbar

Der immer heitere Spaßvogel fördert den Zusammenhalt im Team, wird aber oft nicht ernst genommen. Er arbeitet [neben humorig] wohl durchdacht und ist pflichtbewusst, jedoch keinesfalls Workaholic.

Dem designverliebte Leader geht nichts über repräsentative Eleganz. Der Schreibtisch ist vollgestopft mit High-Tech.

Ein teurer Designer-Monitor ziert den Tisch klassischerweise, daneben bequeme Designer-Besucherstühle und üppige Grünpflanzen.

Gewöhnlich ist der Designverliebte ein ausgebuffter Geschäftsmann und bekleidet eine Leitungsposition. Er ist perfekt organisiert und denkt strategisch, wirkt aber gelegentlich recht distanziert oder etwas arrogant, da er sich für unverzichtbar hält.

Chaos ohne System

Zu guter Letzt gibt es noch das chaosbeherrschende Genie, das auf und um den Schreibtisch Berge an Dokumenten ohne erkennbares System stapelt.

Er halst sich ständig zu viel Arbeit auf und steht daher permanent unter Druck.

Überstunden sind bei ihm auf der Tagesordnung. Sein Ehrgeiz führt dazu, dass sich sein ganzes Leben um die Arbeit dreht und nicht viel Zeit für Privates bleibt. Termintreue ist nicht gerade seine Stärke, was eine gewisse Unzuverlässigkeit zur Folge hat.

Seine Fähigkeit, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen, ist hingegen ausgezeichnet.