EU-Roaming-Regelung bis Ende Juni
Die EU-Staaten wollen eine Richtlinie zur Senkung der europäischen Roaming-Tarife bis Ende Juni unter Dach und Fach bringen.
"Alle Anstrengungen sollten unternommen werden, damit der Gesetzesprozess zur Reduktion der Roaming-Tarife bis zum Ende des ersten Halbjahres 2007 erfolgreich abgeschlossen wird", hieß es in den Schlussfolgerungen beim EU-Gipfel in Brüssel.
Der zuständige Europaparlaments-Berichterstatter, der ÖVP-EU-Abgeordnete Paul Rübig, erklärte, er sei überzeugt, dass sich eine "Mehrheit im Europäischen Parlament" hinter "eine deutliche Absenkung der Maximalpreise für Endverbraucher" stellen werde. Nächste Woche will er sein "Verhandlungsangebot mit konkreten Zahlen" präsentieren.
Keine Zwangsregulierung
Laut Rübig soll es zu "keiner Zwangsregulierung durch einen Zwangstarif ab sofort und für alle" kommen, sondern den Konsumenten soll die Wahl zwischen ihrem bisherigen Tarifmodell und einem "fairen Euro-Tarif" geboten werden.
Roaming-Börse
Bei den Interconnection Fees - jenen Gebühren, die die Mobilfunk-Betreiber für die Durchstellung von Anrufen untereinander verrechnen - strebt der EU-Parlamentsberichterstatter ein Auktionsmodell an. Nur in der ersten Phase solle die EU für diese Gebühren eine einheitliche europäische Preisobergrenze festsetzen.
"Diese Regelung kann und soll meiner Meinung nach ab sofort in dem Moment wegfallen, in dem die Branche eine Börse einrichtet, auf der die Gesamtheit der Roamingminuten oder Bits gehandelt wird", so Rübig.
"All-Inclusive-Tarif"
Außerdem soll es nach Vorstellung Rübigs in Zukunft bei jedem Betreiber einen "All-Inclusive-Tarif" geben, mit dem man in jedem EU-Land für Sprachtelefonie, Datenübertragung gleichermaßen wie SMS oder MMS denselben Preis zahlt.
Die EU-Kommission hatte vergangenen Juli eine fixe Obergrenze für Roaming-Tarife vorgeschlagen, wonach die Handytarife im EU-Ausland für österreichische Handykunden etwa generell um die Hälfte und die lästigen Passivgebühren für empfangene Anrufe im EU-Ausland sogar auf ein Drittel gekappt werden sollten. Der Vorschlag stieß auf heftige Proteste der Mobilfunker.
EU-Konsumentenschützer forderten im Februar eine Senkung der Roaming-Kosten auf 33 Cent pro Minute für ein Telefonat im EU-Ausland.
(futurezone | APA)
