ESA testet erstmals Ionenantrieb im All
Die Europäische Weltaumorganisation ESA wird bei der Mondreise des SMART-1-Satelliten erstmals seinen neu entwickelten Ionenantrieb testen.
Gemeinsam mit zwei Satelliten der Indischen Weltraumorganisation, darunter der "Insat 3E" und der "Eutelsat e-Bird communication"-Satellit, wird der 367 kg schwere SMART-1 abheben.
Dabei wird eine Ariane-5-Rakete die drei Satelliten in eine geostationäre Orbitposition bringen, von der jeder der drei Satelliten sein Ziel ansteuern wird.
SMART-1 soll am 28. August 2003 um 20:04 Ortszeit von Kourou in Französisch Guyana starten und seine Reise zum Mond antreten. Die geplante Ankunft und der Eintritt in den Orbit des Mondes ist für Dezember 2004 geplant. Dort angekommen wird der Ionenantrieb weiter getestet.
SMART ist die Abkürzung für das ESA "Small Mission for Advanced Research in Technology"-Programm. Der SMART-1 ist mit einem Ausmaß von einem Kubikmeter ein kleiner Satellit. Seine Sonnensegel messen eine Spannweite von 14 Metern und versorgen den Satellit mit 1,9 kW, wovon rund 75 Prozent für das Ionenantriebssystem verwendet werden.
SMART-1Verschiedene Tests geplant
Mit einer hochauflösenden Miniaturkamera, einem IR-Punktspektrometer und einem Röntgenspektrometer sind während der Reise ausführliche Experimente geplant.
Darüber hinaus wird ein Navigationssystem, dass es Weltraumfahrzeugen in Zukunft erlauben soll autonom durch das Sonnensystem zu reisen, erprobt.
Zudem sind Tests mit einem Kurzwellen-Kommunikationsprogramm und einer auf Laserstrahl basierenden interstellaren Kommunikationstechnologie geplant.
Daneben soll SMART-1 zur Mondbeobachtung dienen und dabei Daten über die topographische Beschaffenheit an die Erde übermitteln.
