08.08.2003

RUNDE 17

IBM reicht im SCO-Streit Gegenklage ein

IBM geht im Milliardenstreit über Patente am freien Betriebssystem Linux in die Offensive.

Dem weltgrößten Computerkonzern IBM ist nun der Geduldsfaden gerissen - Big Blue hat am Donnerstag [Ortszeit] gegen das Software-Unternehmen SCO Group eine Gegenklage eingereicht.

Darin beschuldigt der weltgrößte Computerkonzern die kleine Software-Firma, insgesamt vier Patente des Unternehmens verletzt zu haben. In einer Stellungnahme bezeichnete SCO die Klage unterdessen als substanzlos und als reines Ablenkungsmanöver.

Bei dem Milliarden-Poker geht es um den Versuch SCOs, Urheberrechtsverletzungen am Linux-Programmcode geltend zu machen.

SCO fordert von dem Konzern eine Milliarde Schadenersatz und gab in dieser Woche erstmals Lizenzpreise bekannt. Mit dem Erwerb der Lizenzen könnten Linux-Nutzer und Entwickler verhindern, von SCO ebenfalls wegen Urheberrechtsverletzungen verklagt zu werden, teilte das Unternehmen mit. IBM wies bisher alle Vorwürfe als haltlos zurück.

SCO war unter dem Namen Caldera acht Jahre lang selbst Anbieter einer Linux-Distribution. Teile der umstrittenen Unix-Codes, die 1969 programmiert worden waren, hatte das Unternehmen 1995 gekauft und unter anderem an IBM lizenziert.

IBM auf dem "Linux-Trip"

IBM unterstützt die freie Software Linux seit dem Jahr 2000 und propagiert sie seither als Alternative zu Microsofts Betriebssystem Windows für den Einsatz in Servern.