Bademeister bekommt IT-Unterstützung
Die Zeiten, in denen ein "Badewaschel" in Ruderleiberl und weißen Shorts von seinem Hochsitz am Beckenrand aus das Treiben im gesamten Freibad überblicken und beobachten muss, könnten schon bald vorbei sein.
Denn die französische Firma Vision IQ arbeitet seit Jahren an dem Computersystem Poseidon, das sekundenschnell Alarm schlägt, wenn sich ein Schwimmer in Gefahr befindet, und so die Bademeister bei der Arbeit unterstützen soll.
Das Frühwarnsystem soll laut einem Bericht des "Spiegel" ab kommender Woche in Düsseldorf getestet werden. Die Probephase soll zwei bis drei Monate dauern.
In den USA kommt das System in vielen Schwimmbädern seit geraumer Zeit zum Einsatz. Auch in Großbritannien und Frankreich setzt man schon länger auf Poseideon.
Poseidon-SystemÜber- und Unterwasserüberwachung
Das Poseidon-System überwacht die Schwimmbecken mit zahreichen Über- und Unterwasser-Videokameras.
Eine Software analysiert den Bewegungsverlauf der Schwimmer und überprüft anhand verschiedener Kameraperspektiven, ob es sich bei einem erfassten Objekt auf dem Beckenboden wirklich um einen Schwimmer oder nur um dessen Schatten handelt.
Bewegt sich ein Schwimmer langsam Richtung Beckenboden, wird er auf eine Art "Pre-Alert-List" gesetzt und weiter beobachtet. Bleibt der Körper fünf Sekunden oder länger regungslos, wird der Bademeister alarmiert und die genaue Position des Ertrinkenden auf einem Bildschirm angezeigt.
So sollen vor allem in unübersichtlichen, überfüllten Schwimmbecken Gefahren schneller erkannt und erforderlichen Rettungsmaßnahmen rechtzeitg eingeleitet werden können.
Während die Bilder der Poseidon-Überwachungskameras nur der Bademeister zu Gesicht bekommt, sorgen andere Kameras derzeit für Aufregung. Immer öfter werden Kamerhandys von Spannern in öffentlichen Bädern zum Knipsen "schamverletzender" Fotos missbraucht.
Kamerahandys als Schwimmbad-Aufreger
