Nintendos Rückkehr zu den Kids
Der japanische Konsolenhersteller Nintendo will sich wieder stärker auf seinen Stammmarkt der Kinder und Jugendlichen konzentrieren und seine Gamekonsole GameCube neu positionieren.
Bei den zuletzt vorgelegten Zahlen zeigte sich, dass der Konzern vor allem mit seinem portablen System GameBoy Advance [SP] und den dazugehörigen Games wie "Pokemon" gute Geschäfte macht. Der GameCube, der in direkter Konkurrenz zu Sonys PlayStation und Microsofts Xbox steht, hat sich im vergangenen Quartal laut Nintendo jedoch nur 80.000 Mal verkauft.
Nintendo will nun Konsequenzen ziehen und sich repositionieren. Vor allem bei den Fünf- bis Zwölfjährigen sind der GBA und dazugehörige "Pokemon"-Spiele weit verbreitet. Auf die Zielgruppe bis zwölf soll nun auch der GameCube neu ausgerichtet werden, der bisher vor allem für die Altergruppe der 14- bis 22-Jährigen gedacht war.
Weltweit wurden im ersten Quartal 3,24 Millionen Stück der beiden Handheld-Player verkauft, teilte Nintendo mit. Das Gesamtjahresziel von sechs Millionen abgesetzten GameCubes erscheint damit ehrgeizig ¿ auch wenn Nintendo rund 70 Prozent seines Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte erwirtschaftet.
Game Boy verhilft Nintendo zu GewinnenNintendo führt in Japan
"Wir kehren sozusagen wieder zu unseren Wurzeln zurück," sagte Axel Herr, Geschäftsführer von Nintendo Deutschland. Dazu will der Hersteller entsprechende Spiele und Marketing auf den Markt bringen.
Auf dem Heimmarkt Japan hat Nintendo Marktanteile von seinem Konkurrenten Sony zurückerobern können, berichtet das Branchenmagazin "MCV". Demnach konnte Nintendo mit seinen GBAs und den "Pokemon"-Spielen "Saphir" und "Ruby" Sony von 73 Prozent auf 48 Prozent zurückdrängen und sich selbst auf 51 Prozent vorarbeiten.
Dennoch ist der Markt im Vergleich zum Vorjahr rückläufig, wie auch Sonys schwache Quartalszahlen zuletzt gezeigt haben. "Es ist eine Marktsättigung erreicht, die alle gleichermaßen betrifft", so Herr.
