Neues EDV-System frustriert Polizisten
Polizeigewerkschafter beklagen System-Abstürze und komplizierte Menüführung. Sie fordern den "sofortigen Stopp" des Computer-Systems.
Das neue Computer-System PAD [Protokollieren, Anzeigen, Daten] der Polizei, das Anfang des Jahres österreichweit in Betrieb genommen wurde, löst heftige Kritik bei der Gewerkschaft aus.
"Ein einziger Rohrkrepierer"
Es sei "ein einziger Rohrkrepierer", sagte der Vorsitzende des Fachausschusses der Personalvertretung der Wiener Polizei, Harald Segall, am Sonntag.
Früher habe das Aufnehmen einer Anzeige rund zehn Minuten gedauert, mit dem neuen System betrage der Aufwand im Schnitt mehr als eine Stunde, klagte Segall.
Komplizierte Menüführung
Dafür sei unter anderem die komplizierte Menüführung verantwortlich, hieß es. Viele Daten könnten nicht direkt in das System eingegeben werden, sondern müssten aus einem Menü ausgewählt und angeklickt werden. Das koste Zeit, meinte der Polizeigewerkschafter.
Darüber hinaus sei es bis vor kurzem auch häufig zu Abstürzen des Systems gekommen, sagte Segall gegenüber ORF.at.
Sofortiger Stopp gefordert
Die Gewerkschaft fordert nun den sofortigen Stopp des Systems. Es sei zu kompliziert und müsse völlig neu konzipiert werden.
Das Gros der Beamten sei nur etwa acht Stunden lang eingeschult worden, sagte Segall. Das System sei darüber hinaus ohne vorhergehende Tests in Betrieb gegangen.
"Kinderkrankheiten"
Aus dem Innenministerium hieß es, dass an der Behebung der Probleme gearbeitet werde. Ein Sprecher des Innenministeriums sprach gegenüber der ORF-Sendung "Wien heute" am Freitag von "Kinderkrankheiten".
(futurezone | APA)
