04.08.2003

DEUTSCHLAND

Bier mit dem Fingerabdruck bezahlen

Ein Biergarten im Baden-Württembergischen Heilbronn bietet ab sofort ein System zum bargeldlosen Bezahlen an, bei dem sich die Kunden mit ihrem Fingerabdruck identifizieren.

Dabei kommt das "digiPROOF"-System der deutschen Firma it-werke weltweit zum ersten Mal in der Gastronomie zum Einsatz.

Ideal sei das Angebot für Sportler, die nach dem Training noch zur Erfrischung den Biergarten aufsuchen, aber keinen Geldbeutel mitschleppen wollen, erklärte der Inhaber des Biergartens "Food Court", Thomas Aurich.

Betrag wird vom Konto abgebucht

Stammgäste können an der Kasse einmalig ihren Namen und ihre Kontodaten angeben. Dann legen sie den Zeigefinger auf ein Touchpad.

Das Programm speichert 24 unverwechselbare Punkte von der Oberfläche des Fingers.

Wenn der Gast an der Ausschank ein Getränk holt, legt er zur Bezahlung seinen Finger kurz auf ein weiteres elektronisches Kissen. Die Zeche wird in regelmäßigen Abständen, beispielsweise alle zwei Wochen, abgebucht.

Auch ein Tageslimit - zum Beispiel 20 Euro - kann festgelegt werden, damit nicht über den Durst getrunken wird.

Nicht gesamter Fingerabdruck wird gespeichert

Bedenken wegen des Datenschutzes haben Aurich und die Entwickler nicht. Der Gast registriere sich freiwillig.

Außerdem werde nicht der gesamte Fingerabdruck gespeichert, sondern nur die 24 Punkte - "damit könnte die Polizei nichts anfangen", meint Aurich.

Das Computersystem sei in sich geschlossen und für Hacker nicht zugänglich, versichert it- werke-Geschäftsführer Ulrich Kipper.

Zur Fälschungssicherheit sagte Kipper: "Man könnte das System als Verbrecher nicht mal mit dem abgeschnittenen Finger eines Opfers überlisten - denn das Touchpad misst die Temperatur und die Oberflächenspannung der Haut."