04.08.2003

THREATS

FBI-Kampagne gegen Tech-Spionage

Das FBI ist der Ansicht, dass immer mehr Spione in den USA ihr Unwesen treiben.

Anders als während des Kalten Krieges sind aber weniger politische Ziele betroffen, sondern wirtschaftliche. Software, wissenschaftliche Forschungen und Militärtechnologie sollen laut FBI stärker denn je ausspioniert werden.

Hinter dem Feldzug gegen Terrorismus, dem sich die USA seit den Anschlägen vom 11. September 2001 verschrieben haben, wird die Spionageabwehr mittlerweile an zweite Stelle gereiht. Die Spione werden aber nicht mehr unter Diplomaten und in Botschaften gesucht, sondern iin Unternehmen, Forschungszentren und Unis.

Scheinfirmen koordinieren Spionagetätigkeit

Das FBI ist der Meinung, allein China operiere mehr als 3.000 Scheinfirmen in den USA, die als einzigen Zweck verfolgen, Spionagetätigkeiten zu koordinieren. China wird als Spionage-Bedrohung Nummer 1 gesehen.

Auch Russland, Iran, Nordkorea, Indien und Taiwan werden von den USA misstraurisch beäugt, was Wirtschaftsspionage angeht. Laut FBI interessieren sich Spione beispielsweise für den Standort, an dem Hightech-Unternehmen Gyroskope für Satelliten bauen, oder versuchen Atomforscher als Freunde zu gewinnen. Erst kürzlich hat der Klebstoffhersteller Avery Denison einen geschätzten Verlust von 50 Mio. USD erlitten, nachdem ein Spion Unternehmensgeheimnisse nach Taiwan verkauft hatte.

Das FBI hat nun 167 Agenten in den Bereich der Spionageabwehr versetzt. Entsprechende Operationen laufen erstmals in der FBI-Geschichte in allen 56 Stützpunkten. Jeder dieser Zweigstellen soll Informationen über wahrscheinliche Spionageziele zusammentragen, um erstmals eine nationale Übersicht zu gewinnen.

Darüber hinaus wurden die Karriereaussichten für FBI-Agenten verbessert, die in diesem Bereich tätig sind. Nach dem Ende des Kalten Krieges galt ein Job in der Spionageabwehr als sichere Sackgasse.