Klagewelle schwappt auf Europa über
In Spanien könnte nun Tauschbörsen-Nutzer ihr Hobby teuer zu stehen kommen.
Die Rechtsanwaltskanzlei Landwell, die zu PricewaterhouseCoopers gehört, hat angekündigt gegen 4.000 spanische User wegen des unerlaubten Downloads von Musik, Filmen und Software Klage zu erheben.
Landwell ermittelte gemeinsam mit der spanischen Technological Investigation Brigade [BIT] die IP-Adressen von insgesamt 95.000 Tauschbörsen-Nutzern.
Größte Klagsandrohung in Europa
Sollte es im nächsten Monat tatsächlich zu der Klagewelle kommen,
stellt dies die größte in Europa je da gewesene Aktion der
Unterhaltungsindustrie wegen Urheberrechtsverletzungen dar.
US-Musikindustrie bereitet 871 Klagen vorSpanisches Recht stützt File-Tausch
Datenschützer und Internet User Groups zweifeln jedoch an der Durchsetzung einer solchen Klage. Nach spanischem Recht ist das Tauschen von urheberrechtlich geschützten Dateien erlaubt, solange kein Gewinn dabei erwirtschaftet wird.
Nach Angaben des Anwalts Carlos Sanchez Almeida hat genau diese Regelung schon öfter dafür gesorgt, dass Klagen wegen Tauschtätigkeiten garnicht erst vor Gericht behandelt wurden. Für den Landwell-Anwalt Xavier Ribas ist jedoch bereits der Gratis-Genuss von Musik oder Filmen als erwirtschafteter Gewinn auszulegen.
Die spanische "Asociacion de Internautas" hat den Betroffenen bereits rechtlichen Beistand zugesagt.
Für die Organisation ist die Klagsandrohung nur ein Versuch, den Tauschbörsen-Nutzern Angst einzujagen.
Piatenjagd sorgt für lukrative Einnahmen
Eine in den letzten Jahren neu entstandene Branche lebt
inzwischen von der "Piratenjagd". Für eine der bekanntesten und
größten Schnüffel-Firmen, BayTSP, macht sich die Hetzjagd nach den
Tauschbörsen-Ganoven längst bezahlt. Die Firma kann ihren Umsatz
jedes Quartal verdoppeln.
Gute Geschäfte für Piratenjäger
