02.08.2003

KÜNSTLICH

Simulator ahmt Nahrungsmittel nach

Nahrungsmittelhersteller könnten schon bald im vorhinein prüfen, ob ihr neuestes Produkt den Geschmack und die Bissfestigkeit aufweist, welche die Konsumenten überzeugt.

Dafür soll ein neuer Simulator sorgen, der im Mund das Gefühl von verschiedensten Lebensmitteln nachstellen kann.

"Der Food-Simulator überschreitet die letzte Grenze der virtuellen Realität. Es ist das erste Gerät, das im Mund zum Einsatz kommt," so Chefentwickler Hiroo Iwate von der japanischen Tsukuba Universität.

Motoren simulieren Kauwiderstand

Bevor die Bahrung simuliert werden kann, müssen die verschiedenen Biss- und Geschmackseigenschaften genau gemessen und aufgezeichnet werden.

Dafür werden im Mund der Testperson unterschiedliche Sensoren angebracht, welche die chemischen Bestandteile des Geschmacks und über Mikrofone auch die Kiefergeräusche aufzeichnen.

Der Simulator wird anschließend mit diesen Parametern gefüttert. Kaut die Testperson nun an dem mit Gummi überzogenen Simulator, wird das Kauverhalten des Essens mittels durch Motoren erzeugte Widerstände exakt simulierten.

Vaporiser geplant

Über einen dünnen Schlauch werden die Geschmacksstoffe auf die Zunge geführt.

Dabei werden die fünf grundlegenden Geschmacksrichtungen süß, sauer, bitter, salzig und "umami" [entsteht durch Glutamat, etwa in reifen Tomaten, Käse, Fleisch] zu einer passenden Mischung kombiniert. Ein Lautsprecher spielt die dazugehörigen Essgeräusche ein.

Künftig soll ein Vaporiser zusätzlich für die passenden Gerüche sorgen.

Das Gerät soll Food-Designern dabei helfen, den richtigen Geschmack und die Bissfestigkeit [etwa für ältere Menschen] zu treffen.