01.08.2003

DER REGULATOR

"TA-Tariferhöhung nützt Entbündelung"

Telekom-Regulator Georg Serentschy verteidigt seine von den alternativen Netzanbietern attackierte Genehmigung für die Telekom, den Minimum-Tarif zu streichen.

Die für Ende September geplante und vom Regulator bewilligte Streichung des Minimumtarifs der Telekom Austria werde sich positiv auf die Entbündelung in Österreich auswirken, ist Serentschy überzeugt.

"Die Tarifstreichung hat den nicht unerwünschten Nebeneffekt, dass sich die Entbündelung für alternative Anbieter besser rechnet, weil das Niveau der TA-Grundgebühr steigt", sagte Serentschy heute, Freitag

Die Streichung des TA-Minimumtarifs war in der Telekombranche auf herbe Kritik gestoßen. Der Regulator war der Argumentationslinie der TA gefolgt, die da lautet, der Tarif sei auf Grund der rückläufigen Zahl der Festnetzanschlüsse nicht mehr kostendeckend. Die Abschaffung des Tarifs sei vom Regulator auf Kostenorientierung, Erschwinglichkeit und Wettbewerbsrecht geprüft worden, begründete Serentschy die Entscheidung.

Die Entbündelung

In Österreich sind seit Beginn der Telekom-Regulierung bisher [Stand Ende Juni 2003] nur 15.000 Leitungen - vor allem zu Geschäftskunden, kaum jedoch zu Privaten - entbündelt in Betrieb. In Deutschland seien vergleichsweise bereits drei Mio. Leitungen entbündelt, so Serentschy: "Da ist in Österreich noch gewaltiges Potenzial drin."

Bei einer Entbündelung mieten sich alternative Anbieter im Wählamt der TA ein, dort wird der Endkundenanschluss [last mile] statt ins Netz der TA auf jenes des Alternativen umgeleitet.

Alternative Anbieter hatten bisher jedoch häufig kritisiert, die Infrastrukturkosten für die Entbündelung von Telefonkunden seien zu hoch und die Entbündelung damit zu teuer.