"Riesiger Ansturm" auf Gratis-Digitalfotos
In einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz hat Kodak-Österreich-Chef Christian Wimmer am Freitag Verbesserungen bei der Gratis-Ausarbeitung von bis zu 100 Digitalfotos pro Kunden versprochen.
Die seit Ende Juni bis 31. August 2003 laufende "Urlaubsfoto"-Aktion bei den Elektro- und Drogerieketten DM, Cosmos, MediaMarkt, Saturn und "30 bis 40" Fotofachhändlern war in die Kritik geraten, da die Ausarbeitung derzeit statt der angekündigten 7 bis 14 Werktage bis zu gut drei Wochen dauert und zahlreiche Kodak-Ausarbeitungs-Stationen defekt oder nicht verfügbar waren bzw. sind.
Riesiger Ansturm
"Wir haben diesen riesigen Ansturm nicht erwartet und sind an die
Grenzen unserer Kapazitäten gelangt", erklärt Wimmer den Rückstau
bei der Fotoausarbeitung. Gleichzeitig habe der enorme Ansturm und
manchmal technisch überforderte Konsumenten den
Ausarbeitungsstationen erheblich zugesetzt.
Digi-Fotos kostenlos ausarbeiten lassenBis zu 300.000 Digitalfotos pro Tag
Wimmer: "Wir bekommen 100.000 bis 300.000 Digitalfotos pro Tag, das ist das Achtfache des Normalen. Die Ausarbeitungsstationen werden um das 40- bis 50-fache öfter genutzt als üblich. Außerdem hat es bei den Stationen einen kleinen Produktionsfehler gegeben, der aber inzwischen beseitigt wurde." Kunden, die zu lange Wartezeiten hinnehmen mussten, sollen entschädigt werden. Angedacht wird eine Gutscheinaktion für die nächste digitale Fotoausarbeitung.
"Die digitale Fotografie ist noch unterbelichtet", so Wimmer, der die kolportierten Kosten für die Gratisaktion von 8 Mio. Euro heftig dementiert: "Die Kosten haben rund 5 bis 6 Prozent des genannten Betrages entsprochen, was den Gegenwert einer kleinen bis mittleren Werbekampagne von Kodak hat."
Derzeit hat Kodak nach Eigenangaben 150 bis 180 Stationen in Betrieb, insgesamt gäbe es österreichweit 5.500 Fotoannahmestationen, die von Kodak weitgehend erobert werden sollen. Nächstes Jahr will das Unternehmen rund 800 Stationen aufgestellt haben. Von den bereits in Betrieb genommenen sind momentan "15 bis 18 Prozent" defekt.
600.000 Digicams in Österreich
Für die Zukunft erwartet sich Wimmer, dass die analoge Fotografie nahezu komplett durch die Digitalfotografie ersetzt wird. "2010 bis 2011 werden fast 100 Prozent aller Fotos Digitalaufnahmen sein." Wimmer schätzt die Zahl der analogen Fotoapparate österreichweit auf 3 Millionen, gegenüber 600.000 Digitalkameras.
