Angreifer nutzen Googles Cache-Funktion
Die Cachefunktion von Google ruft nach Copyright-Schützern nun auch Sicherheitsexperten auf den Plan, berichtet "New Scientist".
Potentielle Angreifer aus dem Netz suchen üblicherweise nach der "Trial-and-Error"-Methode nach möglichen Sicherheitslücken. Dabei werden sie oft von den Systemadministratoren durch den Traffic, den sie dabei verursachen, entdeckt.
Durch Googles Cache müssen sie die Website selber nicht mehr aufsuchen, sondern können die gesuchten Informationen direkt aus der, auf Googles Server gecachten, Site herausfiltern, warnt Johnny Long, der in den USA professionell nach Sicherheitslücken sucht.
Der Google-Cache speichert "Schnappschüsse", oder Momentaufnahmen, von Websites, die Googles Web-Crawler bei der Suche im Netz finden. Dadurch können Seiten, selbst wenn sie nicht mehr online verfügbar sind, noch einige Zeit direkt von Googles Server aufgerufen werden. Dieses Feature kann jedoch auch umgangen werden.
Wenn Googles Gedächtnis lästig wirdGefilterte Websites
Ein Weg, um Zugang zu Websites zu erlangen, ist die dazu notwendigen Informationen aus privaten Websites zu filtern, die üblicherweise nicht ins Netz verlinkt sind.
Ab und an verweisen Websites jedoch auch auf diese Seiten, oft händisch vom Usern angelegt und nicht wieder gelöscht oder schlicht vergessen. Wenn die Hauptseite dann von den Suchmaschinen indiziert wird, kommen auch diese Links in den Index.
Selbst dann wären diese Sites immer noch schwer zu finden, wenn nicht Webserver oftmals denselben Namen für Webseiten verwenden würden, die Passwörter und andere sensible Informationen enthalten, sagt Long. So soll nach seinen Angaben die kombinierte Suche nach "bash history", "temporary" und "password" meist zum gewünschten Ziel führen.
Vorstellung bei Defcon
Long will die "Technik" bei der am Freitag startenden
Hacker-Konferenz Defcon in Las Vegas vorstellen.
Start der Defcon 11 in Las VegasRecherche-Tool auch für Angreifer
Durch den Google Cache können die potenziellen Angreifer die Sites nach Passwörtern durchsuchen, ohne die Admins auf sich aufmerksam zu machen, selbst wenn die Information von den betreffenden Websites online wieder entfernt worden sind.
Für die Verwendung der gespeicherten Informationen sieht sich Google nicht verantwortlich. "Unsere Suchtools sind für Recherchen sehr nützlich. Wir können nicht viel gegen Hacker tun", so ein Google-Sprecher.
Für Danny Sullivan von SearchEngine Watch.com liegt die Verantwortung für sensible Informationen allein bei den Betreibern selber: ¿Suchmaschinen machen es für jeden einfacher Informationen zu erlangen, auch für Angreifer.¿
