28.07.2003

RFIDS IN DER EU

Funkchips, Reisepässe und Warnungen

Die geplante Einführung von Funkchips in europäischen Pässen, die biometrische Merkmale des Trägers enthalten sollen, schlägt hohe Wellen mitten in das Sommerloch.

Gestern warnte der designierte deutsche Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar, in der "Bild am Sonntag" vor einer heimlichen Überwachung der Bürger. Er forderte unter anderem, die Daten aus dem Pass-Chip nicht in einer zentralen Datenbank zu speichern.

Die ISO/IEC und ICAO Standards

Der beim International Standards Institute zusammen mit der ICAO [International Civil Airlines Organzization] entwickelte Standard-Entwurf sieht die Möglichkeit vor, jeweils in nationalem Rahmen die zusätzliche Integration von Biometriedaten wie Retina-Scans oder Fingerabdrücken vorzuschreiben.

Dass der Funkchip mit bis zu 300 Dpi aufgelöste JPEG 2000 Bilder des Passinhabers enthalten wird, steht mittlerweile fest.

Das holländische Innenministerium bestätigte dies auf Anfrage von Maurice Wessling, dem Vorsitzenden der europäischen Cyber Liberties Dachverband European Digital Rights [EDRi].

RFID Lesegerät unter Linux

Eine der bekannsten Figuren im internationalen Free Software Movement [GNU/Linmux], Loic Dachary, hat bekannt gegeben, dass er ein Programm zum Auslesen und Verändern von Funkchips in Arbeit habe.

Es werde, so Dachary, zu ZDNet-France unter der General Public License [GPL] frei gegeben, um zu verhindern, dass für die RFID-Reader eine Software zum Einsatz komme, deren Quellcode nicht bekannt ist.