EFF für Freiheit von "Sponsored Links"
Streit über Verwendung von Markennamen
Die US-Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation [EFF] hat am Donnerstag angekündigt, die Position von Google in einem Prozess um die Nutzung von Markennamen in seinem Werbesystem [AdWords, Sponsored Links] zu unterstützen.
Wem Namen gehören
Das äußerst erfolgreiche Werbesystem von Google beruht darauf, dass Kunden bei den Ergebnislisten zu bestimmten Suchbegriffen kleine Textanzeigen einblenden lassen können.
Das Unternehmen Rescuecom hatte Google geklagt, weil die Suchmaschine den Markennamen "Rescuecom" auch in seinem Werbesystem "vermietet" hatte. Rescuecom sieht damit die Eigentumsrechte an seinem Markennamen verletzt.
Freie Meinungsäußerung gefährdet
In der ersten Instanz war Rescuecom mit seiner Klage gescheitert. Das Verfahren liegt jetzt beim Berufungsgericht in San Francisco. Sollte sich Rescuecom durchsetzen, so befürchtet die EFF, dass Konzerne mit diesem exklusiven Recht auf die Verwendung ihres Namens auch Kritik an ihren Geschäftspraktiken einschränken könnten.
Die EFF zitiert den Fall der "Coalition of Immokallee Farmworkers", die bei Google gesponserte Links zum Suchbegriff "McDonald's" gekauft hatte, die wiederum auf eine Website führten, die sich kritisch mit den Geschäftspraktiken des Fast-Food-Unternehmens auseinander setzten.
Markennamen im Internet
"Im Internet sind Markennamen nicht bloße Zeichen. Sie sind wichtige Orientierungswerkzeuge und Ausdrucksmittel", lässt sich EFF-Anwalt Jason Schultz zitieren, "Es wäre gegen das öffentliche Interesse und gegen das Gesetz, wenn die Redefreiheit auf diese Weise eingeschänkt werden würde."
