Neuer Streit über Roaming-Kosten

20.02.2007

Handytelefonate im EU-Ausland sind laut EU-Konsumentenschützern immer noch deutlich überteuert. Sie fordern eine drastische Senkung der Roaming-Kosten auf 33 Cent pro Minute und werfen den Mobilfunkkonzernen "Vernebelung" vor.

Handytelefonate im EU-Ausland sind laut Verbraucherschützern immer noch deutlich überteuert. EU-Bürger und Unternehmen zahlten im Jahr 3,5 Milliarden Euro zu viel Roaming-Gebühren, heißt es in einer Studie, die der europäische Konsumentenschutz-Dachverband BEUC am Dienstag in Brüssel vorlegte.

"Vernebelung"

Der Konsumentenschutzverband widersprach Angaben der Mobilfunkkonzerne, die Preise seien seit 2005 deutlich gefallen. Spezialangebote der Firmen seien häufig schwer zu durchschauen und in manchen Fällen sogar teurer als der Basistarif. Sie dienten offensichtlich lediglich der Vernebelung.

Gesetzgeber soll einschreiten

Den Konsumentenschützern zufolge sollten die Preise gesetzlich gedeckelt werden. Sie schlagen 33 Cent pro Minute für ein Telefonat im EU-Ausland vor. Nur 16 Cent sollen demnach fällig werden, wenn ein Handynutzer einen Anruf im Ausland annimmt. Dazu käme jeweils noch die Mehrwertsteuer.

GSM Association hält dagegen

Laut dem Industrieverband GSM Association in London sanken die Roaming-Kosten in Europa im vergangenen Jahr von durchschnittlich 83 Cent pro Minute auf 62 Cent. Damit lägen sie aber immer noch deutlich über den Preisvorstellungen der Verbraucherschützer.

Deutschland will im Rahmen seines EU-Vorsitzes bis zum Sommer günstigere Auslandstarife für die europäischen Verbraucher durchsetzen. Bisher wehren sich Länder wie Spanien und Großbritannien gegen strenge Vorschriften für die Mobilfunkunternehmen.

(AFP)