23.07.2003

RORSCHACH

"Tintenkleckse" als Passwort-Grundlage

Viele User klagen über die Flut an Passwörtern, die im täglichen Gebrauch anfallen. Um sie vor dem Vergessen zu retten, schreiben viele ihre Passwörter auf Zettel und kleben sie an den Computerschirm oder variieren die Namen ihrer Liebsten oder Haustiere mit Zahlen um sie besser memorierbar zu machen.

Doch damit werden die Passwörter auch für etwaige Angreifer leichter ausmachbar, zudem gibt es Programme die sich diese "Schwachstelle" zunutze machen und innerhalb kürzester Zeit entsprechende Variationen von Namen durchprobieren.

Anstelle der optimalen Variante von sinnentleerten Buchstaben- und Zahlenkombinationen suchten die Wissenschaftler Adam Stubblefield und Dan Simon von Microsoft Research nach weiteren Möglichkeiten und kamen auf den Rorschachtest.

Imagination gefragt

Sie legten 25 Versuchspersonen zehn verschiedene computergenerierte Figuren a la Rorschach vor und fragten die Personen was sie in den Figuren sehen. Die meisten Probanden sahen in den Figuren unterschiedliche Dinge, doch selbst wenn sie etwas ähnliches darin erkannten wurde es von den einzelnen Personen doch unterschiedlich beschrieben.

Nun mussten die Probanden den ersten und den letzten Buchstaben des Gesehenen aufschreiben. Auch bei wiederholtem Vorlegen in abgeänderter Reihenfolge sahen die Probanden in den einmal identifizierten Figuren immer wieder dasselbe.

Nach zehn Figuren wird derart ein Passwort generiert, dass trotz mehrmaliger Wiederholung der Benennung immer gleich lautet und im Idealfall bzw. nach einigen Durchgängen auch ohne die Bilder abgerufen werden kann.

Laut den Wissenschaftler würde sich die Mehrzahl der befragten Personen für diese Variante der Passwortgenerierung- und Memorierung entscheiden. Weitere Tests dürften aber noch anstehen.