Software erkennt Geschlecht des Autors
Ein neues Computerprogramm soll das Geschlecht eines Buchautors anhand seines Schreibstils ermitteln können. Dabei wird der Text - egal ob Belletristik oder Sachbuch - nach Schlüsselwörtern durchsucht und der Satzbau analysiert.
Mit einer Trefferquote von 80 Prozent erkennt die Software, ob es sich beim Schreiber um einen Mann oder eine Frau gehandelt hat.
Dabei bestätigen sich geschlechtsspezifische Vorurteile: Männer schreiben sachlich, Frauen eher gefühlsbetont.
566 englischsprachige Werke untersucht
Die Entwickler ließen das Programm erst anhand von Testbüchern
die wichtigsten Merkmale ausarbeiten und wandten es anschließend auf
566 englischsprachige Werke verschiedenster Genres an.
Bar-Ilan-UniversitätMänner kategorisieren, Frauen personalisieren
Die Unterschiede offenbaren sich laut dem Entwickler des Programms, Moshe Koppel von der israelischen Bar-Ilan-Universität, in der Wortwahl.
Weibliche Autoren benutzen mehr Pronomen [ich, mein, ihr,..], während Männer Worte, die ein Hauptwort bestimmen wie "ein, das, dieser" oder quantifizieren wie "einer, zwei, mehrere", bevorzugen.
Verwenden männliche Schreiber Pronomen, dann meist in der Pluralform [sie, ihnen]. Dies zeigt die allgemeine Tendenz der Männer zu kategorisieren, während Frauen eher personalisieren.
Da inzwischen nur englische Bücher aus der Zeit nach 1975 untersucht wurden, wollen die Forscher nun untersuchen, ob ihre Arbeit auch auf ältere Werke oder auch andere Sprachen angewandt werden kann.
