Kopierschutz-Konsortium umgarnt Apple
Die Kopierschutzvereinigung Coral Consortium lädt Apple-Chef Steve Jobs in einem offenen Brief zur Zusammenarbeit ein.
Das aus mehreren Unternehmen der Unterhaltungsindustrie bestehende Coral Consortium, das Standards zur Interoperabilität verschiedener Digital-Rights-Management-Systeme [DRM ] entwickelt, reagierte mit einem offenen Brief auf die Anfang Februar vom Apple-Chef geforderte Abschaffung von Kopierschutztechnologien im Online-Musikhandel.
Jobs sprach sich in einem auf der Apple-Website veröffentlichten Text mit dem Titel "Thoughts on Music" für den Verzicht der Musikkonzerne auf Systeme der digitalen Rechteverwaltung im Online-Musikgeschäft aus. Dann könnten im Netz gekaufte Musik-Files auf jedem Gerät abgespielt werden, stellte Jobs in Aussicht.
Apple, das mit dem iTunes Music Store den Weltmarktführer im Online-Musikgeschäft stellt, könne seinen Kopierschutz FairPlay nicht offen legen und so zur Interoperabilität der verschiedenen Formate beitragen, da dann die von den Musikkonzernen geforderten Sicherheiten nicht mehr gewährleistet werden könnten, schrieb Jobs.
Angebot zur Zusammenarbeit
Das Konsortium, dem unter anderem die Musikkonzerne EMI, Sony BMG, Warner Music und Universal Music Group angehören, lud Jobs jetzt ein, die von ihm ausgearbeiteten technischen Spezifikationen in den Apple-Kopierschutz FairPlay zu integrieren.
Damit würde das Geheimnis von FairPlay gewahrt bleiben, die Interoperabilität mit anderen Kopierschutzformaten, etwa dem Microsoft-Kopierschutz Janus, wäre jedoch gewährleistet, hieß es in dem Schreiben.
Eine Reaktion von Jobs auf den offenen Brief ist nicht bekannt.
Vom Einsatz von Kopierschutztechnologien im Online-Musikhandel sind jedoch auch Musikmanager nicht mehr überzeugt. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Jupiter Research glauben 62 Prozent der europäischen Musikmanager, dass ohne DRM mehr Musik im Internet verkauft werden könnte.
