17.07.2003

SPACE

Satelliten für die Virusbekämpfung

Ab 2004 startet die Europäische Raumfahrtbehörde ESA ein neues Satelliten-Projekt zur Bekämpfung von Seuchen.

Eines der Ziele ist die Suche nach dem Zwischenwirt des heimtückischen Ebola-Virus in Zentralafrika. Jährlich fordert das Ebola-Virus zahlreiche Menschenleben. Um den Zwischenwirt des Virus auf die Spur zu kommen, werden mittels Satellitenbildern detaillierte Vegetationskarten von Kongo und Gabun erstellt.

Das Projekt ist ein Teil des ESA-Projektes "Epidemio", das Erdbeobachtungsdienste für Epidemiologen entwickelt.

Das in Gabun ansässige Internationale Zentrum für Medizinische Forschung [CIRMF] wird die Beobachtungsdaten mit Feldforschungsergebnissen in einem Geographischen Informationssystem [GIS] zusammenführen. Die Forscher hoffen, besondere Charakteristika der Umwelt in den betroffenen Gebieten zu finden.

Meteorologische Satellitendaten gefragt

Auch die WHO stellt Erdbeobachtungsdaten zur Verfügung. Sie dienen zum Einlesen in die GIS-Software "HealthMapper" der WHO, die von Gesundheitsfunktionären in mehr als 70 Ländern benutzt wird.

"Unser System hängt aber letztendlich von Felddaten ab, Fernerkundung könnte jedoch eine nützliche Ergänzung sein", so der WHO-Experte Jean-Pierre Meert.

"Lokale Landkarten sind oft 30 Jahre überaltert, deshalb haben wir um hochauflösende Bilder von Städten gebeten, von Casablanca in Marokko bis zu Vientiane in Laos, um medizinische Aktionen, wie etwa Standortentscheidungen für städtische Kliniken, besser planen zu können", erklärt der Wissenschaftler.

Dadurch sollen auch nomadisierende Stämme besser im Auge behalten werden, um sie mit medizinischer Hilfe versorgen zu können.

Epidemio soll auch für die Malaria-Bekämpfung wertvolle Dienste leisten. Die Beschaffung meteorologischer Satellitendaten ist dabei besonders wichtig. Hohe Luftfeuchtigkeits- und Niederschlagswerte kündigen häufig Malaria-Ausbrüche an. "Zuverlässige Informationen zur Oberflächentemperatur ganzer Erdteile sind ein besonderer Segen," meint der Zoologe Simon Hay von Universität in Oxford. "Mit Temperaturdaten könnten solche Regenereignisse in besonders malaria-gefährdeten Gebieten herausgefiltert werden", meint der Forscher.