Das Mozilla-Manifest, Version 0.9
Die Mozilla Foundation arbeitet an ihren Prinzipien
Manifeste zu veröffentlichen scheint in der IT-Branche in Mode zu kommen. Nachdem Steve Jobs vergangene Woche seine Gedanken zum digitalen Musikverkauf aus der Feder fließen ließ, hat am Dienstag nun Mitchell Baker, Chefin der Mozilla Foundation, eine Vorversion der Prinzipien zur Diskussion gestellt, nach denen ihre Organisation handeln soll.
Dabei geht es Baker aber nicht um ein Mediengeschäftsmodell, sondern darum, wie die Mozilla Foundation die liberalen Traditionen des Internets stützen und weiterentwickeln kann.
Baker möchte mit dem Text klarstellen, dass die Mozilla Foundation mehr ist als nur eine Organisation, "die die neuen Versionen von Firefox herausbringt". Um zu verdeutlichen, was damit gemeint ist, stellt sie zehn Prinzipien vor, die der Arbeit der Mozilla Foundation als moralische Grundlage dienen sollen.
Die zehn Prinzipien
1. Das Internet ist ein integraler Bestandteil des modernen Lebens. Ein wichtiger Treiber des Fortschritts in Bildung, Kommunikation, Zusammenarbeit, Geschäftsleben, Unterhaltung und in der Gesellschaft als Ganzes.
2. Das Internet ist eine weltweite öffentliche Ressource, die offen und zugänglich bleiben muss.
3. Das Internet soll das Leben jedes einzelnen Menschen bereichern.
4. Die Sicherheit des Einzelnen im Internet ist von grundlegender Wichtigkeit und darf nicht als wählbare Option behandelt werden.
5. Jeder Einzelne sollte die Möglichkeit haben, sein Erleben des Internets selbst gestalten zu können.
6. Die Funktionsfähigkeit des Internets als öffentlicher Ressource hängt von der freien Verfügbarkeit seiner Protokolle, Dateiformate und Inhalte ab sowie von dezentraler internationaler Zusammenarbeit.
7. Freie und quellenfreie Software dienen der Weiterentwicklung des Internets als einer öffentlichen Ressource.
8. Transparente Prozesse, die sich auf die Zusammenarbeit der Netzgemeinde stützen, sorgen für Vertrauen und gegenseitige Verantwortung.
9. Die Teilnahme kommerzieller Unternehmen an der Weiterentwicklung des Internets bringt viele Vorteile; es ist aber von grundlegender Wichtigkeit, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen im Gleichgewicht zu halten.
10. Es ist wichtig, den Nutzen des Internets für die Gesellschaft in den Mittelpunkt zu stellen. Dieses Ziel verdient unsere Zeit, unsere Aufmerksamkeit und unsere Hinwendung.
Baker fährt fort, dass die Mozilla Foundation diese Ziele unterstützen werde. Dazu verpflichte sie sich, weiterhin quellenfreie Technologien zu entwickeln und Gemeinschaften zu unterstützen, die nach den Prinzipien des Manifests arbeiten.
Die Mozilla Foundation werde außerdem ihr geistiges Eigentum und ihre sonstigen Ressourcen dafür einsetzen, dass das Internet eine offene Plattform bleibt. Sie setze sich für Wertschöpfungsmodelle ein, die dem Gemeinwohl dienen.
Baker fordert die Leser auf, den Manifest-Entwurf zu diskutieren und zu kommentieren.
