"Raubkopierer finanzieren Terrorismus"
Ronald K. Noble, Generalsekretär der Interpol, hat zu einem weltweiten Feldzug gegen Raubkopierer aufgerufen.
Die Verbindung zwischen organisiertem Verbrechen und gefälschten Produkten sei wohlbekannt, sagte Noble bei einer Anhörung heute Mittwoch, im US-Kongress.
Leider würden die Behörden generell der Verfolgung derartiger Verbrechen nicht überall die gebührende Priorität zuweisen.
1,1 Mrd. raubkopierte CDs
Erst kürzlich hatte die Musikindustrie über eine Zunahme an
professionellen Raubkopien beklagt. Wie der weltweite
Branchenverband IFPI vorige Woche mitteilte, stieg die Zahl der
illegal kopierten Musik-CDs 2002 um 14 Prozent auf 1,1 Milliarden
Stück. Damit hat sich die Zahl in den letzten drei Jahren mehr als
verdoppelt.
1,1 Milliarden Musik-Raubkopien im VorjahrAl Kaida kopiert CDs
Alarmierend sei nun, dass Delikte wie Vertrieb nicht-lizensierter Software, gefälschter CDs und DVDs zunehmend von Gruppen wie Al Kaida, Hisbollah oder tschetschenischen Separatisten dazu benützt werden, ihre terroristischen Aktivitäten zu finanzieren.
Der Interpol-Generalsekretär verlangte die weltweite Einrichtung von nationalen Kontaktstellen zum Informationsaustausch über Raubkopien und rief die Industrie zur Zusammenarbeit auf.
Weniger Software-Raubkopien
An der Softwarefront dürfte das Terrorismusproblem weniger
pressieren: Die Piraterierate ist im letzten Jahr erstmals um ein
Prozent gesunken, der Schaden belief sich aber immerhin auf rund 13
Mrd. USD, wie Softwareverbände versichern.
Software-Piraterie weltweit rückläufigEine "Intellectual Property Crime Action Group" hat im Rahmen der Interpol bereits ihre Arbeit aufgenommen.
Die Interpol-Warnung
