15.07.2003

TELEKOM

Satelliten-Firmen unter finanziellem Druck

Boeing und der amerikanische Satellitenhersteller Loral Space & Communications sind Opfer der schlechten Auftragslage im kommerziellen Satellitenmarkt geworden.

Boeing wird wegen der anhaltenden Schwäche im zweiten Quartal 2003 eine Sonderbelastung von 1,1 Milliarden USD [973 Mio. Euro] verbuchen. Der Satelliten-Netzbetreiber Loral ist sogar pleite und hat nach eigenen Angaben Insolvenzantrag bei einem New Yorker Insolvenzgericht gestellt.

Boeing führte als Grund für die Sonderbelastung von 0,87 USD je Aktie die schwachen Aufträge für die Beförderung von Satelliten ins Weltall, höhere Abschusskosten für das Delta-IV- Programm und steigende Kosten im Satellitengeschäft an.

Loral verkauft um Schulden zu zahlen

Das Delta-IV-Programm wird das Ergebnis im zweiten Quartal mit 835 Millionen USD belasten. Bei Boeing Satellite Systems fällt eine Sonderbelastung von 265 Millionen USD für höhere Kosten bei der Fertigstellung neuer Satellitenprogramme und für Abschreibungen des kommerziellen Inventars an.

Loral hat den Verkauf seines nordamerikanischen Satellitennetzes mit sechs Satelliten an den Betreiber Intelsat für bis zu 1,1 Milliarden USD [973 Mio Euro] vereinbart, um damit seine Bankschulden von 959 Millionen USD zu bezahlen.

Die langfristigen Loral-Schulden wurden unter Einschluss der Bankschulden auf 2,1 Milliarden USD beziffert. Sie stammen vor allem aus den Loral- Investitionen beim Satellitentelefon-Betreiber Globalstar, der bereits in einem Insolvenzverfahren steckt.