Hollywood macht gegen Google mobil
US-Medienunternehmen werfen dem Suchmaschinenbetreiber Google vor, von der nicht autorisierten Verbreitung von Filmen über das Internet zu profitieren.
Ein Gruppe von Medienkonzernen beschuldigte Google, seine Nutzer wissentlich auf zwei Online-Angebote geleitet zu haben, die Zugang zu nicht lizenzierten Kopien von Filmen bereitgestellt haben, berichtet das "Wall Street Journal".
Konkret handelte es sich dabei um die mittlerweile geschlossenen Sites EasyDownloadCenter.com und TheDownloadPlace.com, die Software zur Suche und zum Download von Filmen aus Online-Tauschbörsen bereitgestellt und zur Bewerbung ihres Angebotes Anzeigen auf Google platziert hatten.
"Google war informiert"
Google-Mitarbeiter seien über die Art und Weise der Angebote informiert gewesen, berichtet die Zeitung. Sie hätten die Site-Betreiber darüber hinaus bei der Platzierung der Anzeigen beraten.
Von den rund 1,1 Millionen Dollar, die von den Sites zwischen 2003 und 2005 eingenommen wurden, seien 809.000 Dollar für Anzeigen an Google geflossen, hieß es.
Die Vorwürfe basieren auf eidesstattlichen Erklärungen aus einem Zivilverfahren, das Ende vergangenen Jahres von den Studios gegen die Site-Betreiber angestrengt wurde.
Zweifel an Kontrollmechanismen
Google sicherte den beteiligten Medienkonzernen News Corp., Viacom, Sony, NBC Universal, Time Warner und Walt Disney bereits am Freitag zu, solche Praktiken künftig zu unterbinden.
Interne Richtlinien sollen darüber hinaus dafür sorgen, dass Anzeigen von Anbietern, die vom Vertrieb nicht lizenzierter Inhalte profitieren, nicht mehr angenommen werden.
Die Medienunternehmen meldeten trotz der Beschwichtungsversuche Zweifel an den internen Kontrollmechanismen des Suchmaschinenbetreibers an.
Verhandlungen über YouTube-Rechte
Für Google kommen die Vorwürfe ungelegen. Derzeit verhandelt Google mit zahlreichen Film- und TV-Studios Film- und Videorechte für die von Google im vergangenen Oktober für 1,65 Milliarden Dollar gekauften Online-Videoplattform YouTube.
Die Studios hatten YouTube in der Vergangenheit wiederholt Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen.
YouTube hatte bereits vor längerem angekündigt, nicht lizenzierte, urheberrechtlich geschützte Inhalte mit Hilfe eines Filtersystems blockieren zu wollen. Bisher wurde das System jedoch nicht installiert. YouTube-Konkurrent MySpace hat ein solches System am Montag vorgestellt.
YouTube-Konkurrenz geplant
Die Studios planen bereits seit längerem ein eigenes Online-Videoangebot, das YouTube Konkurrenz machen soll.
(futurezone | Wall Street Journal | Reuters)
