Aufregung um Chello-Kündigungen
Dem Internetprovider Chello wird von seinen Kunden oft eine "Doppelmoral" in Hinblick auf das Downloadvolumen vorgehalten.
Einerseits wird der hauseigene Internet-Zugang als "unlimitiert" beworben, gleichzeitig wird das Downloadvolumen aber nach dem "Fair Use"-Prinzip geregelt. Grundsätzlich ist dabei von einem Richtwert von zehn erlaubten Gigabytes pro Monat auszugehen.
Benutzern, deren Übertragungsvolumen permanent deutlich darüber liegt, wird nach gängiger Chello-Praxis mit der Kündigung gedroht und diese schließlich auch vollzogen.
Die Chello User Group berichtet nun von ersten Fällen, bei denen sich die Betroffenen gegen derartige Kündigungen zur Wehr setzen konnten.
Wieviel Datentransfer pro Monat unter der Einhaltung von "Fair Use" im Chello-Paket enthalten ist, wurde nach langen Spekulationen erst vergangenen August verraten.
Geheimnis um Fair-Use-Limit gelüftetSchlichtungsverfahren beantragt
Chello muss, um die Vielsauger ihrer Tätigkeit zu überführen, die Verbindungsdaten der betroffenen Kunden auswerten.
Doch diese Speicherung von Informationen über Datenpakete [inkl. deren Größe] und deren weitere Verarbeitung und Verwendung [inkl. das Summieren der Paketgrößen] bei Flatrate-Vereinbarungen laut ist Telekom-Gesetz [TKG] unzulässig.
Unter Berufung auf den Kontrahierungszwang nach §62 TKG und die unerlaubte Erfassung von Vermittlungsdaten nach §93 TKG hat der Betroffene beim Telekom-Regulator [RTR] ein Schlichtungsverfahren nach § 66 TKG beantragt und Recht bekommen.
Hitzige Diskussion im Geizhals-ForumTipps gegen Chello-Kündigung
Die Chello User Group hat zusammengefasst, welche Schritte von
betroffenen Chello-Usern gesetzt werden können.
Tipps zum Vorgehen gegen eine angedrohte KündigungDownload-Volumen dazukaufen
Vielsauger [ab 15 GB], die sich jetzt schon freuen, der drohenden Chello-Kündigung nun von Rechts wegen ein Schnippchen zu schlagen, dürfen sich jedoch weiterhin keine Hoffnungen auf Durchsetzung ihrer Belange machen.
In dem geschilderten Fall ging es um ein niedriges zweistelliges Datenvolumen, also eine knappe Überschreitung der zehn GB.
"Die Aufregung über das Datenvolumen ist von Chello selbst herbeigeführt worden," so Manfred Krejcik von der Chello User Group. "Man hätte den Kunden einfach nur von Anfang an reinen Wein einschenken, und nicht die Illusion des grenzenlosen Herunterladens verkaufen müssen."
Krejcik sieht eine Lösung in dem Anbieten von individuellen Upgrade-Paketen, mit denen beliebig viel Downloadvolumen dazugekauft werden kann.
