Neue Vorwürfe gegen Siemens

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11.02.2007

Nach der Schmiergeldaffäre soll Siemens eine Millionenstrafe wegen Schwarzarbeit drohen. Für die Zukunft plant Siemens den "Saubermann"-Preis.

Die zum Zoll gehörende Finanzkontrolle Schwarzarbeit mit Sitz in Köln gehe davon aus, dass auf den Konzern ein Bußgeld in Millionenhöhe zukomme, berichtete das Magazin "Focus".

Die Ermittler untersuchten, ob Siemens bei der Beschäftigung von Leiharbeitern Sozialabgaben und Steuern hinterzogen habe.

Laut Siemens-Sprecher gibt es beim Hauptzollamt München im Moment ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines Leiharbeitnehmers. Der Zoll in Köln wollte sich dazu nicht äußern.

Mitten in der Krise um Schmiergeldzahlungen konnte Siemens den Umsatz und den Auftragseingang im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2007 steigern.

Kleinfeld beteuert Unschuld

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld beteuerte unterdessen erneut, er habe keine Kenntnis von Schmiergeldzahlungen in großem Umfang gehabt.

Nur über einzelne Fälle sei er im Rahmen der normalen Berichte der Juristen informiert worden, sagte er der "Bild"-Zeitung [Montag-Ausgabe]. An einen Rücktritt habe er noch keine Sekunde gedacht.

Siemens setze alles daran, die Aufklärung aller Vorwürfe so schnell und so gründlich wie möglich zu unterstützen und selbst voranzutreiben, so Kleinfeld.

Der Siemens-Spitze lagen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" schon vor mehr als drei Jahren Hinweise darauf vor, dass der Konzern ausländische Amtsträger bestochen habe.

Siemens lobt "Saubermann"-Preis aus

Im Kampf gegen Korruption will der Konzern künftig Mitarbeiter mit einem "Saubermann"-Preis auszeichnen, die sich um Integrität verdient machen.

Parallel zu dem Preis für die beste technische Innovationsidee wolle Siemens einen "compliance award" für den besten Vorschlag zur Einhaltung ethischer Standards ausloben, sagte Anti-Korruptionsspezialist Michael Hershman dem "Tagesspiegel am Sonntag".

(dpa)