Cyber-Verbrecher wohnen noch bei Eltern
Der "typische Täter" beim Missbrauch von fremden Internet-Zugängen ist männlich, jung und wohnt oft noch bei den Eltern.
Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag in Wiesbaden veröffentlichte Studie des deutschen Bundeskriminalamts [BKA] und der Polizei Münster.
Demnach sind die Täter typischerweise zwischen 16 und 21 Jahren alt und hätten eine mittlere bis gehobene Schulbildung [Schüler oder Auszubildende]. Als Motivation für die Verwendung fremder Daten für den Zugang zum Netz nannten die meisten wirtschaftliche Gründe oder den Reiz des Ausprobierens.
Das BKA untersuchte seit 1999 anlässlich einer Strafverfolgung von 3.600 Missbrauchsfällen von Internet-Accounts auch Täter, um die "Ergebnisse in Präventionsprojekten und in der IT-Ausbildung umzusetzen". Im Polizeipräsidium Münster wurde dazu im Januar 2000 die Ermittlungskommission "INET" gebildet.
Polizei MünsterDrei Tätergruppen entwickelt
Insgesamt wurden 599 der Täter per Fragebogen befragt, davon waren 35 weiblich [Verhältnis 16 zu eins] und durchschnittlich 35 Jahre alt.
Die Männer waren durchschnittlich 23 Jahre alt, wobei die Gruppe der 16- bis 21-jährigen mit 66 Prozent am häufigsten auftrat. Aufgrund des Alters lebten noch 72 Prozent der Befragten bei den Eltern.
Das BKA und die Polizei Münster entwickelten aufgrund dieser Fälle das Profil des "typischen Täters". Daneben wurden noch zwei weitere Gruppen definiert: die untypischen Täter [meist älter, männlich und als Gruppe sehr unhomogen] und die Frauen [durchschnittlich 35 Jahre alt, Hauptmotiv Neugier].
Schlussfolgerungen
Da die Meisten nach eigenen Angaben ihre Informationen aus Chats
erhalten haben, empfiehlt die Studie diese zur Prävention
heranzuziehen. Auch einschlägige Websites nennt die Studie als
potentielles Aufklärungsmedium.
Die Studie
