09.07.2003

KURZ VOR HV

Gerüchteküche um TA-Verkauf brodelt

Im Vorfeld der für Donnerstag angesetzten Hauptversammlung, Aufsichtsratssitzung und des Privatisierungsausschusses der ÖIAG brodelt die Gerüchteküche um einen Verkauf der Telekom Austria [TA].

Die schweizerische Swisscom dürfte bereits in den kommenden zwei Wochen bei der TA einsteigen, die Verhandlungen seien bereits sehr weit gediehen, berichtet der "Kurier" unter Berufung auf Managerkreise. Sogar ein Preis - nämlich 12,50 Euro je Aktie - werde vermutet, heißt es im Bericht.

Offen sei allerdings noch, wie mit den zwei heiklen Punkten - Staatsanteil an der Swisscom und mögliche Steuerrückforderungen der TA an den Bund - umgegangen werde.

TI- sowie Teil des ÖIAG-Anteils

Außerdem werde die TA Anfang 2004 Steuerrückforderungen in Höhe von kolportierten 300 Mio. Euro an die Republik Österreich stellen, was den Unternehmenswert deutlich beeinflusse. Im Zuge der Ausgliederung der beamteten Mitarbeiter Mitte der 90er Jahre seien Zahlungen vereinbart worden, die nun teilweise zurückgefordert werden könnten.

Die Swisscom, die mit einem Ergebnis von 2,4 Mrd. Schweizer Franken zu den profitabelsten Telekom-Unternehmen der Welt zähle, werde laut "Kurier" die knapp 14,8 Prozent der Telecom Italia übernehmen sowie auch Anteile der ÖIAG, die 47,2 Prozent an der TA hält.

Unterschiedliche Preisvorstellungen

Die "Presse" hatte im Gegensatz dazu in ihrer Dienstag-Ausgabe berichtet, der Swisscom-Deal sei in weite Ferne gerückt.

Der Knackpunkt liege vor allem im Preis. Der Wunsch von Grasser und ÖIAG liege bei 13 Euro je Aktie, die Swisscom habe ihr ursprüngliches Angebot von neun Euro wohl angehoben, aber noch nicht deutlich genug.