Reger Zuspruch für Do-not-call-Liste
Die letzte Woche gestartete Initiative gegen unerwünschtes Telemarketing findet regen Anklang bei den genervten US-Bürgern.
Bis zum Donnerstag haben sich 17 Millionen aus dem ganzen Bundesgebiet bei der Liste angemeldet. Neun von zehn Anmeldungen sollen dabei online eingegeben worden sein.
Bisher konnten sich Personen aus Staaten westlich des Mississippi per Telefonanruf auf einer offiziellen Liste registrieren lassen, die eine Reduktion der von Marketing-Anrufen um mindestens 80 Prozent verspricht. Ab Montag wird dieses Aktion der Federal Trade Commission [FTC] nun auf alle Bundesstaaten ausgeweitet.
Die Staffelung erfolgte, da aufgrund des erwarteten, und auch eingetretenen, Ansturmes ein Zusammenbrechen der Leitungen und Website befürchtet wurde. Die Online-Registrierung war von Anfang an für alle Staaten offen. Der Service soll ab 1. Oktober in Kraft treten.
Ansturm auf Anti-Telemarketer-SiteAusnahmen für Politiker
Die FTC erwartet im ersten Jahr 60 Millionen Einträge. Derzeit gibt es in den USA laut FTC 166 Millionen Festnetzanschlüsse und geschätzte 147 Millionen Mobilnummern laut Mobilfunkbetreiber.
Ab September müssen die Telemarketer dann in regelmäßigen Intervallen von drei Monaten die Listen nach Personen kontrollieren, die keinen Werbeanruf erhalten wollen. Bei Zuwiderhandeln müssen sie mit Strafen von bis zu 11.000 USD rechnen.
Ausgenommen von der Liste sind jedoch karitative Organisationen, Meinungsumfragen sowie Anrufe die von Politikern initiiert wurden. Weiters dürfen Firmen, deren Produkte von der jeweiligen Peson innerhalb der letzten 18 Monate gekauft, geleast oder gemietet wurden, diese Personen anrufen. Ebenfalls erlaubt sind Anrufe, wenn eine Person sich innerhalb der letzten drei Monate um Produkt erkundigt oder Informationen angefordert hat.
Halbierung der Geschäfte erwartet
Die Telemarketing-Branche rechnet mit einer Halbierung ihrer Geschäfte und damit einem Umsatzverlust von 50 Milliarden USD [43,5 Milliarden Euro] pro Jahr. Sie hat bereits eine Klage angekündigt.
