Dell verzichtet künftig auf Häftlingsarbeit
Der Computerhersteller Dell wird künftig auf Häftlingsarbeit beim Recycling von PCs verzichten.
Bisher hatte Dell seine Computer bei Unicor recyceln lassen, ein Unternehmen der US-Gefängnisverwaltung, das Häftlinge für die Arbeiten einsetzt. Ein Dell-Sprecher räumte nun ein, dass diese Entscheidung auch nach Protesten von Konsumenten gefallen sei.
Allerdings sei das Arbeitsprogramm für Häftlinge "rein freiwillig" und vermindere deren Rückfallquote, betonte er gegenüber der "New York Times".
Stundenlohn ab 20 Cent
Vergangene Woche hatte eine Umweltschutzgruppe vom Einsatz der
Häftlinge für das Recyclingprogramm des Computerkonzerns berichtet.
Die Häftlinge hatten die Computer zu einem Stundenlohn von 20 Cent
bis zu 1,26 USD zerlegt, geht aus einem Bericht der Umweltgruppe
"Silicon Valley Toxics Coalition" hervor.
Silicon Valley Toxics CoalitionKeine Mindestlohn-Vorschriften
Die Arbeit unterliege nicht den Mindestlohn-Vorschriften auf dem normalen Arbeitsmarkt. Auch seien die Giftstoffe nicht ordnungsgemäß entsorgt worden. Diese Vorwürfe wies der Dell-Sprecher zurück.
Als vorbildhaft beim PC-Recycling empfahl die Gruppierung den Computerkonzern Hewlett-Packard. Dieser arbeite mit der Recyclingindustrie zusammen und halte die Umweltstandards ein.
Der Einsatz von billiger Häftlingsarbeit behindere hingegen den Aufbau einer professionellen Elektronik-Recyclingindustrie, erklärte Sheila Davis, Direktorin der "Clean Computer Campaign" der Umweltgruppe. Dell meint hingegen, die Recyclingindustrie wäre bereits "zu mehr als 100 Prozent" ausgelastet.
Dell
