Schweden: "WoW"-Geschäfte besteuern
Schwedische Finanzbehörden haben angekündigt, Geschäfte mit virtuellen Gegenständen aus Spielewelten wie "World of Warcraft" besteuern zu wollen.
Dag Hardysson, Leiter der Internet-Abteilung der schwedischen Finanzbehörden, gab am Mittwoch in Stockholm zu Protokoll, dass seine Behörde demnächst auch Erlöse aus Verkäufen virtueller Gegenstände und Spielefiguren aus Online-Umgebungen wie "World of Warcraft" und "Second Life" besteuern werde.
"Wir sind nicht an den normalen Spielern interessiert", beteuerte Hardysson, "99 Prozent der Gamer spielen nur, um Spaß zu haben. Wir wollen an jene Leute ran, die in der wirklichen Welt mit virtuellen Gegenständen Handel treiben."
Virtuelle Waffenhändler
Hardysson führte das Beispiel eines cleveren Gamers an, der sich erst in einem Online-Rollenspiel eine Superwaffe erspielte und diese dann für echtes Geld verkaufte.
"Dabei handelt es sich um steuerpflichtige Einkünfte", stellte Hardysson fest. Der schwedische Fiskus werde aber erst im Laufe der kommenden zwei bis drei Jahre in der Lage sein, die Entwicklungen in Online-Spieleumgebungen beobachten und besteuern zu können.
"Bisher verdienen nur sehr wenige schwedische Bürger viel Geld mit solchen Transaktionen", gab Hardysson zu, "aber der Markt wird sicher wachsen und wir werden seine Weiterentwicklung im Auge behalten." Über Spezialsoftware zur Beobachtung der Gamer verfüge seine Behörde noch nicht.
(AFP)
