02.07.2003

"MERLIN"

Supercomputer sucht nach Urknall

Mit einem der weltweit schnellsten Computer wollen Wissenschaftler des Potsdamer Albert-Einstein-Institutes dem Geheimnis um die Entstehung des Universums auf die Spur kommen.

Der 180 Doppel-Prozessor-Rechner umfassende Cluster "Merlin" mit einer maximalen Leistung von 1.330 Giga-FLOPs wurde am Mittwoch in Betrieb genommen. Damit soll der erste direkte Nachweis von Gravitationswellen gelingen, der die Beobachtung Schwarzer Löcher, Dunkler Materie und des Urknalls im Kosmos ermöglichen würde.

"Damit kommen wir der Beobachtung der bisher unzugänglichen Seiten des Weltalls einen entscheidenden Schritt näher", so der geschäftsführende Direktor am Albert-Einstein-Institut, Bernard Schutz.

Filtern der Geräusche

"Die Gravitationswellen sind wie ein sehr leises Flüstern in einem Zimmer voller Geräusche", erläuterte Schutz. Mit der riesigen Rechnerleistung solle das Gewisper aus dem übrigen "Lärm" herausgefiltert werden.

Darüber hinaus könne über die Messung der Gravitationswellen auch Einsteins Relativitätstheorie bewiesen werden, die in dieser Hinsicht noch eines Beweises bedürfe. "Es glaubt natürlich niemand ernsthaft, dass sie widerlegt wird", sagte Schutz.

Weltweit sind derzeit fünf der hoch empfindlichen Laserinterferometer in Betrieb - neben dem Geo 600 in Hannover zwei Anlagen in den USA, je eine in Italien und Japan. Derzeit wird an der Vernetzung all dieser Anlagen gearbeitet.