Musikmarkt soll 2003 weiter schrumpfen
Die Krise der Musikindustrie in Deutschland soll sich weiter verschärfen.
"Wir haben als Branche ein massives Problem", sagte Thomas Stein, Chef der Bertelsmann-Musiksparte BMG für die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz.
In diesem Jahr werde der Musikmarkt in Deutschland voraussichtlich um nochmals 20 Prozent einbrechen, so Stein. Weltweit rechnet er mit einem Rückgang von sieben Prozent.
Damit werde die Branche vor allem wegen des illegalen Downloads von Musik aus dem Internet innerhalb von vier Jahren fast 40 Prozent ihres Umsatzes eingebüßt haben, so Stein weiter.
Bereits seit Jahren macht die Musikindustrie den Download von Musik aus dem Internet und Raubkopien für ihre Umsatzrückgänge verantwortlich. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 259 Millionen CDs mit Musik gebrannt und nur 166 Millionen Alben offiziell verkauft worden. "Der Trend ist nicht komplett rückholbar, aber reduzierbar", sagte Stein. Es müsse auch durch strengere Verfolgung ein Unrechtsbewusstsein geschaffen werden.
Neues Urheberrecht tritt in KraftUmsatzplus für BMG Deutschland
BMG Deutschland habe im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von sechs Prozent erzielt, während der Markt bereits mehr als 20 Prozent eingebrochen sei, so Stein weiter. BMG will als Marktführer mit nationalen Künstlern seine Erlöse im Gesamtjahr gegen den Trend im höheren einstelligen Prozentbereich steigern.
In den letzten beiden Jahren halbierte Stein die Kosten, die Zahl der Beschäftigten sank von knapp 600 auf derzeit noch 320 Beschäftigte, bis Ende des Jahres sollen es knapp 300 sein.
Auch die Zahl der aktiven Künstler im Programm wurde von 240 auf gut 92 reduziert. "Dadurch wird natürlich auch die Kreativität eingeschränkt", räumte Stein ein.
BMG profitiert von "DSDS"
Stein sitzt in der Jury der RTL-Sendung "Deutschland sucht den
Superstar" ["DSDS"]. BMG verkaufte bisher mehr als 4,3 Millionen CDs
der DSDS-Teilnehmer. Der BMG-Marktanteil in Deutschland stieg so auf
zuletzt mehr als 25 Prozent.
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