"Second Life": Nenn es nicht Spiel

"Matrix Forum"
28.01.2007

Über die digitale Parallelwelt berichtet Ö1-"matrix".

"Es ist schwierig, das stimmt schon", gibt Catherine Smith zu. Smith ist Pressesprecherin der in San Francisco beheimateten Firma Linden Lab, die als Betreiber der Online-Welt Second Life bekannt geworden ist. Ihre Firma arbeite beständig daran, die Benutzerführung der virtuellen 3-D-Welt zu vereinfachen, weiß Smith zu berichten.

Anfängern bleibe trotzdem nichts anderes übrig, als sich anfangs erst mal ausführlich mit den Funktionen der Plattform zu beschäftigen. "Ich würde definitiv jedem empfehlen, sich für diese Lektionen Zeit zu nehmen", so Smith.

Verwirrend für Neulinge ist nicht zuletzt auch, dass Second Life ohne die für Onlinespiele typischen Ziele, Punkte und Regeln auskommt. Statt dessen ist es ganz den Nutzern überlassen, was sie aus ihrer Zeit im Second Life-Reich machen. "Das unterscheidet es ganz wesentlich von einem Videogame", erklärt Smith.

Plattform zum Geldverdienen

Die Mitarbeiter ihrer Firma mögen es denn auch gar nicht, wenn man ihre Online-Welt als Spiel bezeichnet. Sie verweisen dagegen lieber auf Unternehmer, die mit der Plattform ganz real Geld verdienen.

Nutzer können dazu mit einer von Linden Lab entwickelten Skriptsprache Objekte erstellen und diese anschließend verkaufen. Linden Lab bietet ihnen die vollen Urheberrechte über alle im Spiel produzierten virtuellen Gegenstände.

Drei Millionen Nutzer – oder nicht?

Im letzten Jahr wurden mit derartigem virtuellem Einzelhandel und anderen Second Life-Geschäften laut Linden Lab insgesamt 86 Millionen US-Dollar umgesetzt. Mittlerweile hat der monatliche Umsatz laut Smith zehn Millionen US-Dollar pro Monat erreicht.

Für Kontroversen hat unlängst eine andere Erfolgsmeldung der Firma gesorgt. So erklärte Linden Lab vor einigen Wochen, die Schallmauer von zwei Millionen registrierten Nutzern durchbrochen zu haben. Kritiker argumentierten dagegen, dass die Zahl der aktiven Nutzer deutlich niedriger liegt. Smith dazu: "800.000 Menschen haben in den letzten 60 Tagen auf ihren Account zugegriffen."

22.30 Uhr, Ö1-Magazin "matrix"

Janko Röttgers sprach mit Linden-Lab-Pressesprecherin Catherine Smith in San Francisco.

(matrix)