Gewinnwarnung bei Deutscher Telekom

2007
28.01.2007

Erwartungen dem Wettbewerb angepasst

Die Deutsche Telekom [DT] hat ihre Prognose für das laufende Jahr gesenkt.

Der Anbieter teilte in einer Pflichtmitteilung für die Börse am Sonntag überraschend mit, die Erwartungen für Umsatz und bereinigtes Ergebnis seien an die extrem harten Wettbewerbsbedingungen in Deutschland und die zuletzt verzeichnete Entwicklung der Wechselkurse angepasst worden.

Der Konzern geht beim bereinigten Betriebsergebnis [EBITDA] nur noch von rund 19 Mrd. Euro aus. Bisher lautet die Prognose auf 19,7 bis 20,2 Mrd. Euro. Für den Konzernumsatz werde ein moderater Anstieg erwartet.

Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2006 lag der Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge leicht unter dem Zielwert von 61,5 bis 62,1 Mrd. Euro. Beim EBITDA will die Deutsche Telekom die Prognose für 2006 von 19,2 bis 19,7 Mrd. Euro erreichen.

Zwei Mio. Festnetzkunden verloren

Im letzten Jahr hat die DT über zwei Millionen klassische Telefonkunden verloren. Die Zahl der Schmalbandanschlüsse sei per Ende 2006 um 5,5 Prozent auf 38,9 Millionen zurückgegangen. Die Deutsche Telekom gehe von einer "deutlich veränderten Markteinschätzung hinsichtlich Wettbewerbs- und Preisentwicklung aus", hieß es.

Das Unternehmen will daher seine Ausgaben für Marketing und Service in diesem Bereich erhöhen. Der Service soll ausgebaut werden und die Struktur der Telefontarife weiterentwickelt werden.

Seit einiger Zeit arbeitet die DT an kräftigen Einsparungen. Bis 2010 sollen die Kosten um fünf Mrd. Euro gesenkt werden, vor allem bei Vertrieb, IT und Verwaltung. Bis Ende 2008 will sich die DT von 32.000 Mitarbeitern trennen, rund 10.000 davon sollen das Unternehmen 2006 bereits verlassen haben.

Zum "Sonderbeauftragter des Vorstands das konzernweite Effizienzprogramm" war erst vor eineinhalb Wochen der Steirer und bisherige T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl ernannt worden.

(APA | Reuters AP | dpa)