Avatare aus Fleisch und Blut
Mediamatic lädt zum Spiel mit Stellvertretern
In virtuellen Welten wie "World of Warcraft" und "Second Life" tummeln sich Millionen von virtuellen Stellvertretern,von Avataren. Die Möglichkeit, sich im virtuellen Raum soziale und auch ökonomische Existenzen aufzubauen, werfe jedoch auch Fragen nach den Konsequenzen für das "reale" Leben auf, meint der Medienkünstler Martin Butler.
Mit seiner am Freitag im Amsterdamer Medienkunstzentrum Mediamatic startenden Ausstellung "The Girlfriend Experience" lädt er dazu ein, dem Verhältnis zwischen Spieler und virtuellem Doppelgänger auf den Grund zu gehen.
Ab Freitag kann mit den Avataren aus Fleisch und Blut bis 7. März jeden Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 20.00 bis 23.00 Uhr über das Internet gespielt werden.
Vertrautheit mit dem Avatar
Über das Internet können vier menschliche Körper im Mediamatic-Ausstellungsraum gesteuert werden. Anders als bei den virtuellen Geschöpfen müssen sich die Spieler jedoch mit ihren Stellvertretern vertraut machen.
Kontrolle unklar
Den Spielern bleiben danach zehn Minuten Zeit, um auszuprobieren, was sie mit ihren menschlichen Stellvertretern in Amsterdam tun können, danach wird an andere Spieler übergeben. Wer das Zusammenspiel zwischen Spieler und Stellvertreter letztlich kontrolliert, bleibt dabei vermutlich unklar.
Intimität und Anonymität
Der Titel der Ausstellung "The Girlfriend Experience" soll laut Butler den paradoxen Charakter der gemeinschaftlichen virtuellen Interaktion auf den Punkt bringen. Einerseits bleibe durch die Verwendung eines Avatars die Anonymität der Spieler weitgehend gewahrt, andererseits gebe man beim Online-Rollenspiel durchaus auch Einblick in seine intimen Wünsche und Projektionen.
~ Link: "Wow" begeistert acht Millionen Spieler (../../http://www.fuzo-archiv.at/?id=164482v2) ~
~ Link: Vorboten des 3-D-Internets (../../http://www.fuzo-archiv.at/?id=157556v2) ~
~ Link: Ein Online-Rollenspiel für Open Source (../../http://www.fuzo-archiv.at/?id=158370v2) ~
