Infineon von Sandisk-Klage unbeeindruckt
Der Chiphersteller Infineon will sich gegen eine Klage des US-Speicherherstellers Sandisk im Streit über Patentlizenzen wehren.
"Wir sind der Überzeugung, dass die Klage ohne Substanz ist, und wir planen Maßnahmen zu gegebener Zeit", sagte ein Infineon-Sprecher am Donnerstag in München.
Infineon habe mit Sandisk über Lizenzen für Infineon-eigene Patente verhandelt und dabei keine Lösung erzielt, beschrieb der Sprecher die Vorgeschichte der im US-Bundesstaat Kalifornien eingereichten Klage.
In deutschen Branchenkreisen hieß es, die Klage sei offensichtlich ein taktischer Schritt der US-Firma im Streit über Lizenzzahlungen für Patente. Infineon stelle Lizenzansprüche gegenüber Sandisk und versuche seit einigen Monaten, diese in Gesprächen durchzusetzen. Ein Scheitern dieser Verhandlungen habe sich nicht abgezeichnet. "Die Klage hat Infineon insofern überrascht", hieß es in den Kreisen.
SandiskPatent annullieren
Die US-Firma mit Sitz im kalifornischen Sunnyvale hatte am Mittwoch mitgeteilt, sie wolle gerichtlich feststellen lassen, dass sie nicht gegen ein Patent von Infineon verstoßen habe. Das Gericht solle zudem das Patent von Infineon für ungültig erklären, hatte Sandisk mitgeteilt.
Sandisk stellt Flash-Speicher her, die Daten in elektronischen Geräten auch im ausgeschalteten Zustand speichern. Nach Infineon-Angaben nutzt Sandisk Patente des deutschen Konzerns, darunter das in der Klage erwähnte Grundlagenpatent.
Analysten sagten, der Rechtsstreit sei überschaubar und werde für Infineon keine große Rolle spielen.
