Bill Gates glaubt nicht an "Big Brother"
Während sich Datenschützer am Mittwoch anlässlich George Orwells hundertstem Geburtstag durchgehend dahingehend äußerten, dass dessen düstere Visonen aus dem Roman "1984" in vielen Bereichen der Realität immer näher kämen, widersprach der Gründer des weltweit größten Softwarekonzerns dieser Ansicht vehement:
Bill Gates sagte in einer Rede auf einer Konferenz des US-Heimatschutzministeriums, dass die Vision eines "Big Brother" durch technische Maßnahmen "nicht eingetreten ist". Gates glaubt auch nicht, "dass dies noch geschehen wird".
"Heute ist der Tag, an dem wir über andere, unkonventionelle Mittel nachdenken sollten, um diese Überwachungslawine, die über uns hinwegzurollen droht, zu stoppen", sagte Simon Davies, Direktor von Privacy International, am Mittwoch in London bei einer Veranstaltung zu George Orwells hundertstem Geburtstag:
Aufruf zu zivilem Ungehorsam8.500 Entwickler für die Sicherheit
Gates sieht in Informationstechnologien zwar durchaus auch Missbrauchspotenziale, glaubt aber gleichzeitig daran, dass beherzte Maßnahmen einen nachhaltigen Missbrauch verhindern können.
Hier führte er - natürlich - insbesondere die Bemühungen seines Konzerns für mehr Datensicherheit an.
Vor allem die "Trustworthy-Computing-Initiative" würde die Privatsphäre der Nutzer schützen - und Microsoft würde dafür keinen Aufwand scheuen: 2002 sollen nicht weniger als 8.500 Windows-Entwickler nur mit der Sicherheit der MS-Produkte beschäftigt gewesen sein.
Die Gates-Rede
