Auch virtuelle Welten mit Vorurteilen
Nicht nur im echten Leben, sondern auch in virtuellen Spielewelten haben Frauen noch immer mit Vorurteilen zu kämpfen und bekommen weniger Geld.
Zu diesem Schluss kommt der Wirtschaftsexperte Edward Castronova von der California State University, nachdem er die Verkaufspreise männlicher und weiblicher Charaktere aus dem Online-Rollenspiel "EverQuest" auf Auktionsseiten miteinander verglich.
"EverQuest" wurde 1999 von Sony gestartet und ist inzwischen eines der meistgespielten Online-Rollenspiele. Nach Angaben von Sony hat das Spiel 400.000 User, wobei im Durchschnitt 60.000 Spieler zu einem beliebigen Zeitpunkt in der virtuellen Welt Norrath online sind.
Virtuelle Ökonomie hängt Bulgarien abWeibliche Charaktere weniger wert
Bereits seit Beginn werden Charaktere und Gegenstände auf den virtuellen Marktplätzen gehandelt.
Nach Beobachtung von Tausenden abgeschlossenen Auktionen für "EverQuest"-Gegenstände [Charaktere, Waffen] fand Castronova heraus, dass weibliche Avatare für durchschnittlich 281 USD, männliche hingegen für 346 USD verkauft werden.
Selbst unter Berücksichtigung aller erworbenen Fähigkeiten und Level-Erlangung verkauften sich weibliche Charaktere um 41 USD oder zwölf Prozent billiger als ihre männlichen Mitspieler.
"Im echten Leben kann man noch damit argumentieren, dass Frauen und Männer verschiedene Fähigkeiten anatomischer Natur haben", so Castronova. "Doch so etwas gibt es in Norrath nicht - die Körper sind zu absolut dem Gleichen fähig."
Die Studie: The Price of "Man" and "Woman"Nur Männer werden für voll genommen
Durchwandert man die virtuellen Spielewelten als Frau, wird man zudem grundsätzlich so behandelt, als hätte man weniger Wissen oder Fähigkeiten.
"Ich kenne mich wirklich gut aus, aber als ich einen weiblichen Charakter spielte, kamen automatisch ständig Leute auf mich zu, um mir zu erklären, ich solle am besten zuschauen, was sie tun, und davon lernen", berichtet Castronova.
"Obwohl jeder weiß, dass hinter einem Avatar sowohl Mann als auch Frau stecken können, werden Männer einfach grundsätzlich für fähiger gehalten."
