23.06.2003

SEMPER ONLINE

Bildquelle: fuZo

Mehr als die Hälfte der Deutschen online

Der Anteil der Internet-Nutzer in der deutschen Bevölkerung hat in diesem Jahr einer Studie zufolge erstmals die 50-Prozent-Marke überschritten.

Der in den Vorjahren geringer gewordene Abstand zwischen Männern und Frauen unter den Usern hat sich unterdessen wieder vergrößert.

Insgesamt sei die Zahl der Internet-Nutzer gegenüber 2002 um 5,4 Millionen auf 32,1 Millionen Bundesbürger über 14 Jahren gestiegen, sagte Frank Wagner von TNS Emnid bei der Vorstellung der Untersuchung heute in Berlin.

Zuwächse bei Ostdeutschen und Arbeitslosen

Besonders starke Zuwächse stellte TNS Emnid in den ostdeutschen Bundesländern fest, wo sich der Anteil der Internet-Nutzer von 37 auf 47 Prozent erhöhte. Damit habe sich der "digitale Graben" zwischen West- und Ostdeutschland deutlich verkleinert.

Zudem sei auffällig, dass bundesweit allein in der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen rund 1,8 Millionen neue Web-Nutzer dazugekommen seien. Kaum Bewegung gebe es dagegen bei noch älteren Menschen: "Wer über 70 und bisher nicht im Netz ist, wird das auch in Zukunft nicht mehr tun."

Darüber hinaus ergab die Studie, dass die meisten Nichtnutzer weiblich sind. So nutzten rund 80 Prozent aller Männer im Alter von 14 bis 40 Jahren mehr oder weniger regelmäßig das Internet, bei den Frauen aber nur 68 Prozent. In höheren Altersgruppen gehe diese Schere noch weiter auseinander.

Die Autoren der Studie führen das unter anderem auf die Werbung für Online-Dienste und Computer zurück. Diese stelle Geschwindigkeit und technische Vorzüge heraus und spreche damit vor allem Männer an.

Als größte Überraschung der Studie bezeichnete Wagner die Erkenntnis, dass mittlerweile jeder zweite Arbeitslose zu den Internet-Nutzern zähle. Gegenüber 2002 entspreche das einer Steigerung um 17 Prozentpunkte.