ICANN-Überwachung per US-Gesetz
Mit einem Gesetzesentwurf wollen zwei Abgeordnete des US-Kongresses die Domain-Vergabepraxis der unabhängigen Nonprofit-Organisation ICANN, die das Internet-Adressensystem verwaltet, unter die Lupe nehmen.
Die Initiative im Repräsentantenhaus des US-Parlaments für den "Fair, Transparent & Competitive Internet Naming Assurance Act" sieht vor, dass die zentrale Vergabe der Domains ".com" und ".net" durch den ehemaligen Monolpolisten VeriSign blockiert wird.
Der Anstoß für die Initiative der beiden Abgeordneten kommt von einer kleinen Gruppe von Registraren, die gegen den so genannte Wait-Listing-Service [WLS] Sturm von VeriSign laufen.
Die ICANN wurde 1998 gegründet, um die Kontrolle des Internets von den USA auf eine Organisation zu übertragen.
Neuer ICANN-Chef verspricht InternationalitätDomain-Vergabe unter Regierungsaufsicht
Sie sehen in dem Service lediglich einen Schritt, der VeriSign die alleinige Vermarktung künftig auslaufender Domains sichern soll. Die Einwände wurden von der ICANN jedoch abgewiesen, weshalb sich die verärgerten Registrare an den US-Kongress wandten.
Der Entwurf sieht nun allerdings nicht nur eine Blockade des WLS vor, sondern tendiert dazu, die Domain-Vergabe überhaupt unter Regierungskuratel zu stellen.
Das General Accounting Office [GAO] soll demnach die Geschäftspraktiken der Domain-Vergabestelle prüfen.
Sollte die Initiative erfolgreich sein, bedeutet das einen Rückschlag für die Bemühungen zur Internationalisierung der Internet-Verwaltung.
