DT und Vivendi streiten um PTC
Gezerre um polnischen Mobilfunkanbieter geht auch nach Wiener Schiedsspruch weiter
Im Streit um die Eigentumsrechte an dem polnischen Mobilfunkanbieter PTC hat das oberste Gericht in Polen ein Verfahren an die erste Instanz zurückverwiesen. Der französische Mischkonzern Vivendi wertete das am Donnerstag als Erfolg. Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte hingegen am Freitag, sein Konzern sei weiter rechtmäßiger Mehrheitseigentümer der Polska Telefonia Cyfrowa [PTC].
Entscheidung durch Wiener Schiedsgericht
Die Deutsche Telekom streitet sich seit Jahren mit Vivendi über die Übernahme eines 48-prozentigen Anteils an PTC. Ein Wiener Schiedsgericht hatte entschieden, dass die Telekom eine Kaufoption auf diesen Anteil ziehen durfte, womit der Bonner Konzern nun 97 Prozent an PTC hält und diesen bereits in die Bilanz einbezieht.
Vivendi erkennt den Wiener Schiedsspruch aber nicht an, der den polnischen Versorger Elektrim als vorherigen Eigentümer des umstrittenen Anteils feststellte. Die Franzosen stehen auf dem Standpunkt, dass der 48-prozentige Anteil nicht Elektrim, sondern dem Gemeinschaftsunternehmen Elektrim Telekomunikacja [ET] zuzuordnen ist, an dem Vivendi 51 Prozent und Elektrim 49 Prozent hält.
Polen stellen Verfahrensmängel fest
Das oberste Gericht in Polen hatte sich nun mit der Frage zu befassen, ob es den Wiener Schiedsspruch anerkennt oder nicht. Nach Aussagen der Telekom verwies es die Angelegenheit jedoch wegen Verfahrensmängeln zurück, ohne inhaltlich Stellung zu beziehen.
Der Schiedsspruch habe damit weiter Bestand, sagte der Telekom-Sprecher. Die Option sei rechtlich sauber ausgeübt worden. Vivendi teilte hingegen mit, Telekom und Elektrim müssten nun die Rechte des französischen Unternehmens auf die PTC-Anteile anerkennen. Vivendi werde alle vorherigen Verfahren fortführen.
(Reuters)
